Pause für den Salzburger Flughafen

Der Flughafen startet heute mit dem Neubau der Start- und Landepiste. Fünf Wochen lang gibt es keinen Flugverkehr. Die Airlines haben ihre Pläne angepasst.

Fünf Wochen lang gibt es weder Starts noch Landungen auf dem Salzburger Flughafen.
Fünf Wochen lang gibt es weder Starts noch Landungen auf dem Salzburger Flughafen.
Fünf Wochen lang gibt es weder Starts noch Landungen auf dem Salzburger Flughafen. – (c) APA/BARBARA GINDL

Salzburg. Als letzte Maschine ist am Dienstagabend der Flug der Austrian Airlines von Salzburg nach Wien gestartet. Dann war Schluss. Fünf Wochen lang gibt es weder Starts noch Landungen auf dem Salzburger Flughafen. Die Piste des größten Bundesländerflughafens muss saniert werden. Die 2850 Meter lange und 45 Meter breite Betonpiste, auf der die Flugzeuge starten und landen, stammt aus dem Jahr 1960. Sie ist am Ende ihrer Lebensdauer und braucht einen neuen Belag.

Weil so ein umfangreiches Bauvorhaben während des laufenden Betriebs zwar möglich ist, aber sehr aufwendig wäre, hat sich das Flughafenmanagement entschieden, die 30-Millionen-Investition während einer Totalsperre umzusetzen. Das ist billiger und geht schneller. Die Fluglinien wurden schon vor Langem über die Maßnahme informiert, sie haben ihre Flugpläne angepasst. Manche weichen auf Linz oder München aus, andere haben Flüge gestrichen.

Das Projekt mit einer Sperre vom 24. April bis 25. Mai wurde bis ins kleinste Detail geplant. „Die dahinterstehende Logistik ist enorm“, erläutert Alexander Klaus, Sprecher des Flughafens. So muss beispielsweise der Asphalt in der richtigen Menge in der passenden Temperatur beim festgelegten Pistenabschnitt angeliefert werden, damit der Baustellenbetrieb plangemäß läuft. Gleich fünf Asphaltmischwerke im ganzen Bundesland arbeiten mit, so dass die nötigen Mengen punktgenau zur Verfügung stehen. Rund 90 Lkw mit rund 300 Anfahrten pro Tag sind nötig, die Zu- und Abfahrten sind genau festgelegt.

 

Betondecke zertrümmert

Im ersten Bauabschnitt ab Mittwoch (24. April) wird die alte Betondecke der Start- und Landebahn zertrümmert. „Die Decke wird zuerst in Quadrate geschnitten und dann mit einem Fallbeil entspannt“, beschreibt Klaus den Vorgang. Das zerkleinerte Material dient als Unterbau. Der Vorteil: Der Flughafen spart sich dadurch rund 1000 Lkw-Fahrten zum Abtransport des Betons.

Schon vier Tage nach dem Beginn dieser Arbeiten wird im ersten Abschnitt mit dem Aufbringen der neuen Asphaltdecke begonnen. Vier Schichten sind nötig, bis die Decke fertig ist. Erneuert wird auch die Pistenbeleuchtung, dafür werden rund 1000 LED-Leuchtkörper verbaut. „Der größte Unsicherheitsfaktor ist das Wetter“, meint Klaus. Bei nassem Untergrund kann nicht asphaltiert werden. „Wir haben eine Zeitreserve eingeplant, die Piste muss nach der Fertigstellung auch von der Behörde abgenommen werden“, so Klaus.

Für die Anrainer bringt die Zeit der Totalsperre zwar eine Entlastung vom Fluglärm. Doch wirklich leise wird es nicht, die Großbaustelle verursacht Lärm. „Auch das war ein Grund, warum wir uns für die fünfwöchige Totalsperre entschieden haben“, sagt Klaus. „Eine jahrelange Sanierung in der Nacht wäre für die Anrainer mit mehr Belastung verbunden gewesen.“ Die Pause über dem Luftraum eröffnet aber auch neue Möglichkeiten: So wird es im Mai ein internationales Ballonmeeting geben, bei dem die Heißluftballons wegen des gesperrten Luftraums direkt in der Salzburger Altstadt starten dürfen.

Geht alles nach Plan, ist am 29. Mai die Sieben-Uhr-Maschine aus Stuttgart der erste Flieger, der auf der neuen Piste aufsetzt. In den Planungsbüros des Flughafens warten aber schon die nächsten Großvorhaben: die Pistenentwässerung und die Grobplanung für den Neubau des aus dem Jahr 1966 stammenden Flughafenterminals.

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