Schwarze in Österreich: 'Hautfarbe ist unser Davidstern'

Mit dem Lagebericht zur Situation Schwarzer in Österreich wollen die Autoren zeigen, dass die Schwarzen einen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Andererseits seien Schwarze stark von Rassismus betroffen.

Erstmals wurde ein Lagebericht zur Situation Schwarzer in Österreich präsentiert.
Erstmals wurde ein Lagebericht zur Situation Schwarzer in Österreich präsentiert.
(c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)

Erstmals wurde ein Lagebericht zur Situation Schwarzer in Österreich erstellt. Einerseits sei die Community, die laut Schätzungen etwa 40.000 Menschen umfasst, wirtschaftlich, kulturell und politisch sehr engagiert. Andererseits seien Schwarze stark von Rassismus betroffen, außerdem werde ihnen die politische Partizipation schwer gemacht, betonten die Autoren.

Mit dem Bericht, der künftig jährlich erscheinen soll,  wolle man zeigen, dass die Schwarzen sehr aktiv seien und einen Beitrag zur Gesellschaft leisten, so Clara Akinyosoye, Chefredakteurin des Berichts. Schwarze seien allerdings besonders von Rassismus in allen Lebensbereichen betroffen. "Unsere Hautfarbe ist unser Davidstern", zog Herausgeber Simon Inou einen drastischen Vergleich.

Schwarze im Nationalrat

Politisch seien Schwarze nicht ausreichend repräsentiert, beklagte Kojo Taylor vom Panafrican Forum in Austria (PANAFA). Dem Bericht zufolge zeigen sich politische Parteien und ihre Institutionen gegenüber Schwarzen nach wie vor weitgehend verschlossen, nur auf Bezirks- und Gemeindeebene seien diese vertreten. Man wolle aber Chancengleichheit, etwa Schwarze im Nationalrat oder als Minister, sagte Taylor. Vorstellen könne er sich dazu etwa eine Quotenregelung. Herausgeberin Beatrice Achaleke zeigte sich zuversichtlich, dass es nur "eine Frage der Zeit" sei, bis Schwarze auch höhere politische Funktionen ausüben.

Habiboulah Bakhoum vom Ausschuss der afrikanischen Unternehmen in Österreich wies darauf hin, dass es allein in Wien rund 600 afrikanische Unternehmer gebe, überwiegend Frauen. Etwa 95 Prozent sind Einzelunternehmer, vor allem aktiv seien sie im Lebensmittelhandel, Transport und Friseurbereich. Weiters betonte Bakhoum, dass nigerianische Geschäftsleute pro Jahr zwischen 50 und 80 Millionen Euro in die Vorarlberger Stickereiwirtschaft investierten. Durch verschärfte Einreisebestimmungen sei der Stickerei-Export aber seit 2005 um 50 Prozent gesunken, "ein Verlust für die österreichische Wirtschaft".

Vernetzungsplattform gegründet

Um afrikanische Migranten in Österreich zukünftig besser zu vernetzen, wurde heuer die Afrika Vernetzungsplattform (AVP) gegründet, erklärte deren Obmann Alexis Neuberg. Mit der Plattform, wolle man Bewusstsein schaffen und einen respektvollen Umgang vorantreiben. "Keine Toleranz" solle es aber für jene geben "die uns diskriminieren".

(APA)

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