Sondereinheit „Cobra“ auf der Suche nach Frauen

Harte Aufnahmetests als Hürde. Personenschutz würde von weiblichen Beamten profitieren.

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(c) Guenter R. Artinger

Wr. neustadt/Awe. Seit ihrer Gründung 1978 hat die Sondereinheit „Cobra“ 1199 Polizisten zu körperlich, taktisch und psychologisch geschulten Antiterrorspezialisten ausgebildet. Bisher schloss erst eine einzige Frau den sechs Monate dauernden Kurs auf dem Hauptstützpunkt Wiener Neustadt ab. Dabei wünscht sich die 430 Köpfe zählende Einheit selbst einen höheren Frauenanteil. Und das nicht nur, um nach außen das Bild von der eingeschworenen Männergemeinschaft zu korrigieren.

„Insbesondere bei Personenschutzeinsätzen für weibliche Zielpersonen hätte das Vorteile“, sagt „Cobra“-Chef Bernhard Treibenreif. So müssen auch bewachte Königinnen gelegentlich auf die Toilette. Mit weiblichen Beschützern ginge das leichter.

Derzeit wirbt die „Cobra“ verstärkt bei Polizistinnen. Das Interesse ist zwar da, doch scheitern sie an den körperlichen Aufnahmetests. Unter den Innenministern Platter und Prokop gab es Vorschläge der Gleichbehandlungsbeauftragten, die Kriterien für die Aufnahme von Frauen herabzusetzen. Letztendlich hielt die „Cobra“ an den Erfordernissen fest. Begründung: Im (lebens)gefährlichen Einsatz sei eine weniger leistungsfähige Beamtin ein nicht vertretbares Sicherheitsrisiko für sie und ihre Kollegen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2011)

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