Laboraffen bekommen neues Freigehege in Gänserndorf

Die Schimpansen mussten bei der Pharma-Firma Baxter im Keller hausen, nun haben sie im alten Safaripark ein neues Zuhause samt Freigehege gefunden. Gänserndorf ist das zweitgrößte Schutzzentrum für Affen.

Laboraffen Gaenserndorf Aiderbichl
Laboraffen Gaenserndorf Aiderbichl
Einer der Schimpansen und Gesundheitsminister Stöger – (c) APA/HBF/LIVIO SRODIC (Hbf/livio Srodic)

Für die ehemaligen Baxter-Laboraffen ist am Dienstag in Gänserndorf ein neues Freigehege eröffnet worden. Für einen "Probelauf" sind die Schiebetüren bereits aufgegangen, berichtete Michael Aufhauser, Gründer des Salzburger Gutes Aiderbichl. Die Tiere schauten vorsichtig um die Ecke ins Freie, bis sie sich herauswagten. Manche haben sich bisher noch nicht getraut.

Gänserndorf ist nun das zweitgrößte von insgesamt nur drei Schutzzentren für traumatisierte Schimpansen weltweit (neben Florida und Holland). Die - um Ausbruchsversuche zu verhindern - völlig glatten Wände der Gehege wurden von zwei jungen Künstlern bemalt, was den Eindruck vermittelt, die Affen seien von Urwald umgeben.

In kleinen Käfigen im Keller

Das Gut Aiderbichl Affen Refugium sei ein Symbol für Tierschutz und Menschlichkeit, sagte Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ). Die englische Schimpansenforscherin Jane Goodall, bekannt für ihr weltweites Engagement für das Überleben von Menschenaffen, sprach von einem "Traum". Goodall erinnerte an die Leidensgeschichte der Tiere der ehemaligen Immuno, gehalten in 90 mal 90 Zentimeter großen Käfigen im Keller ohne Tageslicht. Für Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) ist mit dem Projekt "ein Stück Menschlichkeit" in Niederösterreich eingezogen. Die Botschaft der Feierstunde sei, dass der Mensch in Zeiten des Materialismus der Natur und dem Tier nichts wegnehmen dürfe.

Hervorgehoben wurde auch, dass Baxter nach der Übernahme von Immuno die Verantwortung für die zum Teil mit Aids infizierten Versuchstiere übernommen und sie im Safaripark Gänserndorf untergebracht hatte. Nach dem Konkurs des Safariparks war das Schicksal der - einst als Jungtiere eingefangenen bzw. auch in Gefangenschaft geborenen - 38 Schimpansen und fünf anderer Affen wieder ungewiss, bis Bund, Land und die Firma Baxter an einer gemeinsamen Lösung mitwirkten und 2009 Aiderbichl die Verantwortung übertrugen.

(APA)

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