Tirol: Lawine tötet Schweden auf Skipiste

In Ischgl ist ein Urlauber auf einer Skipiste verschüttet worden. Die Lawinengefahr liegt auf Stufe 4 der fünfteiligen Skala. In Salzburg, Ober- und Niederösterreich hat der Schnee für Chaos im Verkehr gesorgt.

Sturm Schnee Vier Verletzte
Sturm Schnee Vier Verletzte
Symbolbild – (c) AP (Lukas Lehmann)

Der starke Schneefall der vergangenen Stunden hat in Westösterreich für zahlreiche Unfälle und steigende Lawinengefahr gesorgt. Von Vorarlberg bis Oberösterreich sind 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee gefallen. Und die Meteorologen prophezeien noch mehr Schnee in den kommenden Tagen.

In Ischgl im Tiroler Paznaun ist ein Urlauber aus Schweden kurz nach Mittag auf einer Skipiste von einer 100 Meter breiten Lawine verschüttet worden. Der Mann wurde zwar rasch geortet und ausgegraben, dennoch blieben die Wiederbelebungsversuche erfolglos. Das Schneebrett war kurz nach Mittag auf die roten Piste 7a abgegangen. Nach Informationen auf der Homepage des Skigebiets war die Piste zu diesem Zeitpunkt für Skifahrer gesperrt. Die Silvrettaseilbahn AG sagt hingegen, dass die Piste geöffnet war. "Über Nacht waren lediglich wenige Zentimeter Neuschnee gefallen", hieß es in der Stellungnahme.

Lawinengefahr steigt

Der Schneefall der vergangenen 24 Stunden lässt die Lawinengefahr in den Bergen wieder steigen. In Oberösterreich, Tirol und Salzburg galt Warnstufe 4 (groß) auf der fünfteiligen Skala.

Der Neu- und Triebschnee wurde als sehr störanfällig eingestuft, einzelne Wintersportler konnten bereits Lawinen auslösen. Die Situation wird durch den starken bis stürmischen Wind verschärft. Im Steilgelände und aus eingewehten Bereichen seien zunehmend kleine bis mittlere spontane Schneebrett- und Lockerschneelawinen möglich, hieß es.

Pkw rammt Rettungsauto, Postbusse verweht

Bei winterlichen Fahrbedingungen ist in Purgstall an der Erlauf im westlichen Niederösterreich eine Autofahrerin mit einem Rettungsauto kollidiert. Die Frau, der Sanitäter, der Rettungsfahrer und eine Dialysepatientin wurden dabei verletzt. Die Opfer wurden in die Landeskliniken Scheibbs und Amstetten eingeliefert.

In Salzburg hat es zahlreiche Verkehrsunfälle gegeben. Der Sturm mit Böen über 100 km/h hat im Bereich Obertrum gleich zwei Postbusse von der Straße gefegt. Wegen des starken Seitenwindes wurde ein Bus in den Straßengraben, ein anderer gegen ein entgegenkommendes Auto geweht. Dabei wurden zwei Personen verletzt. Auch viele Skilifte wurden wegen der Sturmböen eingestellt.

(c) APA/Aktivnews

Rettungsauto verschüttet

Im Bregenzerwald in Vorarlberg wurde ein Rettungsauto von einem Schneerutsch erfasst und teilweise verschüttet. Alle drei Insassen, zwei Zivildiener und ein Patient, blieben unverletzt.

Der Patient und einer der Zivildiener mussten allerdings rund eine Stunde in dem Fahrzeug ausharren, da sich die Türen wegen der Schneemengen zunächst nicht öffnen ließen. Das im Schnee steckende Fahrzeug wurde von der Straßenmeisterei mit einer Fräse ausgegraben.

(c) APA-FOTO: ROTES KREUZ/MICHAEL OSTI

Arlberg gesperrt

Die anhaltenden Schneefälle haben in Vorarlberg zu größeren Verkehrsbehinderungen geführt. Auf den glatten Straßen blieben speziell in höher gelegenen Regionen immer wieder Lkw hängen oder hielten an, um Schneeketten zu montieren. Der Arlbergpass (L197) war laut ÖAMTC am späteren Nachmittag aufgrund von Lawinengefahr nicht mehr passierbar.

Ebenso gesperrt werden musste die Bregenzerwaldstraße (L200) zwischen Schröcken und Warth, ab 18.00 Uhr galt die Sperre ab Schoppernau. Nach einem Schneerutsch war auch die Faschinastraße (L193) zwischen Fontanella und Faschina (Großes Walsertal) nicht befahrbar. Auf zahlreichen Verbindungen bestand Schneekettenpflicht.

A1 bei Thalgau sechs Stunden gesperrt

Die Westautobahn (A1) musste nach einem Lkw-Unfall bei Thalgau in Salzburg für sechs Stunden gesperrt werden. Kurz vor 23 Uhr geriet der mit 24 Tonnen Müll beladene Lastwagen ins Schleudern, kippte um und verteilte seine Ladung auf der Fahrbahn. Die Polizei musste beide Fahrstreifen abriegeln.

Die vor der Unfallstelle stehenden Pkw wurden zum Teil gegen die Fahrtrichtung umgeleitet. Lastwagen mussten länger warten, erst kurz nach 3 Uhr war einer der Fahrstreifen soweit aufgeräumt, dass die Schwerfahrzeuge vorbeifahren konnten. Seit 5.20 Uhr ist die Westautobahn wieder ungehindert befahrbar. Der Lenker des Unfall-Lastwagens, ein 40-jähriger Oberösterreicher, blieb unverletzt. Die Rettungsgasse funktionierte laut Polizei einwandfrei.

Serienunfälle in OÖ

Auch in Oberösterreich hat der Schneefall selbst in den größeren Städten für tief winterliche Fahrverhältnisse gesorgt. Die Feuerwehr musste seit den frühen Morgenstunden zu knapp 60 Kfz-Bergungen ausrücken, berichtete das Landeskommando. In ganz Oberösterreich gab es zu zahlreiche Ausrutscher und Blechschäden, Staus waren die Folge. Die Fahrzeuge der Straßenmeistereien standen im Dauereinsatz. An den Stadteinfahrten von Linz ging es nur zähflüssig voran.

88 Flüge in München ausgefallen

Wegen Kälte und Schnees mussten am Münchner Flughafen 88 Starts und Landungen gestrichen werden. 8000 bis 9000 Passagiere sind davon betroffen, sagte ein Sprecher des Airports. Gründe für die Ausfälle seien die verschneiten Pisten, die ständig abwechselnd geräumt werden müssten, dass die Flugzeuge enteist werden müssen und auch stärkere Sicherheitsvorkehrungen der Flugsicherung. Diese habe die Häufigkeit der Starts und Landungen wegen der Wetterlage deutlich verringert. Für die nächsten Tage ging der Sprecher davon aus, dass sich die Lage allmählich normalisiert.

(APA/Red.)

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