Zentralafrika: Erzbischof und drei Priester entführt

Islamisten brachten in dem Bürgerkriegsland auch drei Priester und deren Fahrer in ihre Gewalt. Seit Monaten wird das Land von wechselseitigen Gräueltaten von Christen und Muslimen erschüttert.

Rebellen des muslimischen Seleka-Bündnisses in Zentralafrika
Rebellen des muslimischen Seleka-Bündnisses in Zentralafrika
Rebellen des muslimischen Seleka-Bündnisses in Zentralafrika – REUTERS

Muslimische Rebellen haben in der Zentralafrikanische Republik einen Erzbischof, drei Priester und ihren Fahrer entführt. Die Täter sollen dem Seleka-Bündnis angehören, das im März vergangenen Jahres den damaligen Präsidenten Francois Bozizé zu Fall gebracht und das Land damit ins Chaos gestürzt hatte.

Die Geistlichen - darunter Erzbischof Nestor Desire Aziagbia - wurden in der Nacht auf Donnerstag in der christlich geprägten Stadt Bossangoa im Nordwesten des Landes verschleppt. Die Angreifer seien mit den Männern in Richtung der Grenze zum Tschad davongefahren, sagten Augenzeugen am Donnerstag der deutschen Nachrichtenagentur DPA.

Viertel der Bevölkerung auf der Flucht

In Zentralafrika kämpfen seit mehr als einem Jahr muslimische Anhänger der Seleka-Rebellen gegen christliche Bürgerwehren. Rund ein Viertel der 4,6 Millionen Einwohner des Landes sind derzeit auf der Flucht - und faslt fast alle Einwohner brauchen EU-Schätzungen zufolge mittlerweile humanitäre Hilfe. Die Vereinten Nationen wollen Mitte September 12.000 Blauhelme in den Krisenstaat entsenden; die EU stellt eine Mission mit 1000 Soldaten auf die Beine. Derzeit sind 6000 afrikanische und 2000 französische Soldaten in Zentralafrika im Einsatz.

 

 

(APA/DPA)

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