Papst lässt "Legionäre Christi" überprüfen

Eine Kommission soll dem konservativen Männerorden eine Apostolische Visite abstatten. Der verstorbene Gründer hatte Frau und Tochter, räumte der Orden kürzlich ein.

Der Gründer der Legionäre Christi, Marcial Maciel
Der Gründer der Legionäre Christi, Marcial Maciel
(c) AP (Plinio Lepri)

Papst Benedikt XVI. will die katholische Ordensgemeinschaft Legionäre Christi überprüfen lassen. Der Papst habe eine Kommission benannt, die den konservativen Männerorden untersuchen solle, meldete die Agentur Zenit, die den Legionären nahesteht, am Dienstag. Eine Kommission aus Bischöfen und Priestern solle verschiedenen Einrichtungen des Ordens eine "apostolische Visite" abstatten, hieß es weiter. Dies habe der Staatssekretär des Vatikan, Kardinal Tarcisio Bertone, angekündigt.

Der 1941 gegründete Orden hatte kürzlich eingeräumt, dass der 2008 verstorbene Gründer der Legionäre Christi, der mexikanische Pater Marcial Maciel, Frau und Tochter hatte. Außerdem war der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen Maciel erhoben worden. Die Legionäre Christi haben nach eigenen Angaben mehr als 800 Priester sowie rund 2.500 Seminaristen und sind in 22 Ländern vertreten.

Papst Benedikt hatte vor drei Jahren disziplinarische Maßnahmen gegen den aus Mexiko stammenden Ordensgründer Marcial Maciel verhängt. Es war damals das erste Mal, dass das Kirchenoberhaupt Disziplinarmaßnahmen in einem Fall von sexuellem Missbrauch in der Kirche erließ. Maciel hatte gute Beziehungen zu Benedikts Vorgänger Papst Johannes Paul II.

 

(Ag.)

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