Atheisten-Kampagne ab Donnerstag in Wien

"Es gibt keinen Gott": Dieser und zwei weitere Slogans dieser Art werden ab Donnerstag auf den City Lights zu lesen sein. Die Kirche bleibt gelassen, der Werberat stimmte der Kampagne zu, befürchtet aber Beschwerden.

Nachdem die atheistische Buskampagne von den Wiener Linien abgelehnt wurde, werden atheistische Slogans ab 16. Juli auf den Wiener City Lights zu lesen sein. Die Atheismus-Kampagne präsentiert sich mit drei Sujets.

"Es gibt keinen Gott. Gutes tun ist menschlich. Auf uns kommt es an", "Gott ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein tschechischer Schlagersänger. Entspann dich. Er wird dir nichts tun" und der Originaltext derselben Kampagne in Großbritannien "There's probably no God. Now stop worrying and enjoy your life" werden zu lesen sein.

"Jeder soll glauben, was er will"

Die Organisatoren der Aktion sind die AG-ATHE (AtheistInnen und AgnostikerInnen für ein säkulares Österreich), AHA (Allianz für Humanismus und Atheismus) sowie der Freidenkerbund Österreich.  Umgesetzt wird die Kampagne von der Agentur Super-Fi.

Man wolle mit der Kampagne nicht bekehren, sondern sich gegen die Diskriminierung von Atheisten wehren, erläutert Super-Fi-Geschäftsführer Niko Alm das Ansinnen. Es gehe darum, öffentliches Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Zugehörige von anerkannten Glaubensgemeinschaften Privilegien erhalten, während andere sogar rechtlichen Barrieren ausgesetzt seien. Grundsätzlich solle aber "jeder glauben was er will", sagt Alm.

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Wiener Linien lehnten Kampagne ab

Die Wiener Linien hatten die Werbung, die von einigen atheistischen Organisationen in Auftrag gegeben wurde, im Juni abgelehnt. Der Österreichische Werberat sah keinen Grund für ein Verbot der Kampagne. Er wurde von der Gewista um eine Vorbegutachtung der Kampagne gebeten.

"Wir sind mit einer sehr knappen Mehrheit zur Überzeugung gekommen, dass auch für den Atheismus das Prinzip der Religionsfreiheit gilt", sagte Geschäftsführer Markus Deutsch. Einige der Werberäte hätten allerdings deutliche Bedenken geäußert, etwa dass hier religiöse Diskriminierung vorliege oder religiöse Gefühle verletzt werden.

Kirche gibt sich entspannt

Die Kirche sieht der Kampagne betont entspannt entgegen. "Schon Nietzsche hat behauptet 'Gott ist tot' - nach einiger Zeit hat sich herausgestellt, Nietzsche ist tot und Gott lebendig", so Erich Leitenberger, Sprecher der Erzdiözese Wien. Er könne sich schwer vorstellen, dass eine solche Werbung Spuren hinterlässt.

Schließlich scheine die Zahl der "überzeugten Atheisten" zu schrumpfen, während Religion in jüngster Zeit wieder eine zentralere Rolle einnehme. Grundsätzlich sei das Gespräch über Gott und seine Existenz "immer zu begrüßen", allerdings müsse es "auf Augenhöhe und mit großem Respekt vor dem jeweils anderen" geführt werden.

Die Anti-Religions-Werbung war zuvor schon in London und Madrid zu sehen, wo sie von teils heftigen Diskussionen begleitet wurde. Auch in Österreich rechnet der Werberat mit Beschwerden.

(APA)

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