Aschermittwoch: Ein Fasttag als Beginn der Bußzeit

Asche und Fastentücher stehen für den Beginn der kirchlichen Fastenzeit. Ein opulenter Heringsschmaus verträgt sich aus Sicht der Kirche nur schwer mit dem Aschermittwoch.

Aschermittwoch auf den Philippinen
Aschermittwoch auf den Philippinen
Aschermittwoch auf den Philippinen – (c) EPA (Dennis M. Sabangan)

Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt die kirchliche Fastenzeit. Er ist somit der erste Tag der österlichen Bußzeit und nicht der letzte des Faschings. In der Einführung in das römische Messbuch heißt es: "Am Aschermittwoch, der überall als Fastentag zu halten ist, wird das Aschenkreuz erteilt." Ein opulenter Heringsschmaus verträgt sich daher aus Sicht der Kirche nur schwer mit dem Charakter dieses Markierungspunktes im Jahreslauf.

Das Zitat aus dem Messbuch weist aber auch auf einen weiteren Brauch dieses Tages hin, den Aschenritus. In der Antike war die Asche nicht nur Zeichen der Vergänglichkeit, sondern auch Waschmittel und Grundlage für die Seifenherstellung. So ist die Asche gleichzeitig Symbol der Trauer und der Reinigung.

Im Mittelalter wurden am Aschermittwoch die öffentlichen Büßer mit einem Bußgewand bekleidet und mit Asche bestreut. Danach wurden sie - in Erinnerung an die biblische Vertreibung aus dem Paradies - aus dem Gotteshaus gewiesen. Besonders in Gallien war dieser Brauch verbreitet.

"Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist"

Auf der Synode von Benevent im Jahr 1091 schrieb Papst Urban II. den Aschenritus für alle Gläubigen vor. Männern wurde solche auf das Haupt gestreut, Frauen zeichnete man ein Aschenkreuz auf die Stirn. Seit dem 11. Jahrhundert findet sich ein eigenes Gebet für die Aschensegnung. Der Brauch, die Asche aus den verbrannten Palmzweigen des vergangenen Jahres zu gewinnen, entstand im zwölften Jahrhundert.

"Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst" oder "Bekehrt Euch und glaubt an das Evangelium" lauten die Sätze aus dem Messbuch, die der Priester beim Auflegen des Aschenkreuzes am Aschermittwoch spricht.

Altarbild wird mit Fastentuch verhüllt

1000 Jahre alt ist der Brauch, am Aschermittwoch das Altarbild mit einem Fastentuch zu verhüllen. Die Fastentücher sollen mit ihrer biblischen Bilderfolge auf Ostern einstimmen. Mehr als die Hälfte der österreichweit erhaltenen Fastentücher befindet sich in Kärntner Pfarren. Das älteste Fastentuch stammt aus dem Jahr 1458, befindet sich im Dom zu Gurk und ist auch das größte in Österreich.

Mit dem 1. Fastensonntag beginnt die 40-tägige Bußzeit als Vorbereitung auf Ostern, das höchste Fest im Kirchenjahr. Im zweiten Jahrhundert noch auf ein zweitägiges Trauerfasten beschränkt, war es bereits im vierten Jahrhundert fester Brauch, sich 40 Tage auf das Hochfest von Ostern vorzubereiten. Dieses Zeitmaß leitet sich von der Bibel ab, vor allem von der 40-tägigen Zeit des Betens und Fastens, die Jesus Christus nach der Taufe im Jordan in der Wüste auf sich nahm.

Weil früher an Sonntagen nicht gefastet wurde, werden diese auch heute nicht bei der Zählung der 40 Tage berücksichtigt.

Papst-SMS und Autofasten

Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt die Fastenzeit als geistlichen Weg bezeichnet. Vor rund 7500 Pilgern und Besuchern in der "Aula Paolo VI." sagte er: "Die Fastenzeit oder österliche Bußzeit will uns dazu helfen, unsere Freundschaft mit Gott tiefer zu leben, nicht aus eigener Leistung und nicht allein, sondern im Hören, im Voneinander und Füreinander eines gemeinsamen Weges des Glaubens und Betens, indem wir auch die Alternative begreifen lernen und lernen, dass das scheinbar Glanzlose das Wahre und das Gute ist. Gott kommt durch Menschen zu den Menschen."

Die katholische Kirche in Österreich bietet in der Fastenzeit heuer wieder eine SMS-Aktion mit Papstgedanken an. Bis zum Karsamstag erhalten Interessierte an den 40 Tagen der Fastenzeit kostenlos ein SMS mit Zitaten von Benedikt XVI, berichtete die Kathpress. Dabei handelt es sich um Worte aus Reden und Predigten vor allem des vergangenen Jahres sowie aus früheren Schriften. Die Anmeldung zur Aktion erfolgt über das Mobiltelefon durch eine SMS mit dem Kennwort PAPST an die Telefonnummer 0664/6606651.

Die Umweltreferenten der katholischen und evangelischen Kirchen haben zum Autofasten bis Ostern aufgerufen. Zum Start am Aschermittwoch gab es in Salzburg, Linz, Innsbruck und Wien für im Stau stehende Pendler Bioäpfel und Folder, die zum Umsteigen einluden.

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