Mariahilfer Straße: Was anders wird

Bei einem runden Tisch werden Details zur Umgestaltung geprüft, unter anderem längere Haltemöglichkeiten und Zufahrt für Behindertenfahrdienste.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wien. Nach dem Ja zur Fußgängerzone Mariahilfer Straße werden nun noch einige Adaptionen geprüft. Die gewichtigste Frage wird sein, wo künftig neue Querungen geschaffen werden. Hier sollen noch diese Woche Vertreter des Handels mit Verkehrsexperten zu einem Arbeitskreis zusammentreffen. Zusätzlich ist heute, Mittwoch, ein runder Tisch mit den Rathausfraktionen geplant, bei dem mögliche Änderungen diskutiert werden. Aus der Bevölkerung gab es etwa den Wunsch, nachts in der Mariahilfer Straße parken zu können und mehr Haltemöglichkeiten in der Begegnungszone zu schaffen. Auch wünschten sich Ärzte, dass gewerbliche Behindertenfahrdienste in die Fußgängerzone fahren dürfen.

Für die FPÖ wird Bundesparteichef Heinz-Christian Strache an dem Treffen teilnehmen – wenn er auch klarstellt, dass er nicht über Details verhandeln wolle. Vielmehr will er die Forderung nach einer neuen, verfassungskonformen Befragung über die Mariahilfer Straße samt Rückbau beim runden Tisch vortragen. Da, so die Argumentation, laut Verfassung EU-Bürger nicht mitstimmen dürften, sei das Ergebnis zugunsten der Grünen manipuliert worden. „Das ist ein Fußtritt für die direkte Demokratie“, so Strache. Auch hätten bei einem fast 30 Millionen Euro teuren Projekt auf der wichtigsten Einkaufsstraße Österreichs alle Wiener befragt werden müssen, meint der FPÖ-Chef.

Damit nicht genug – die FPÖ ortet zusätzlich auch noch Manipulationen bei der Befragung, da die Stimmzettel nicht fälschungssicher gewesen seien und von jedermann mit geringem Aufwand nachgemacht werden hätten können: „Ob und wie viele gefälschte Stimmzettel unterwegs waren, können wir aber nicht sagen.“

Derartige Vorwürfe sind für Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) kein Thema. Er selbst nimmt nicht am runden Tisch teil, doch sagte er am Dienstag, dass er seinen Klubobmann Rudolf Schicker gebeten habe, sich vor allem dem Thema Radfahren in der Fußgängerzone anzunehmen. Man müsse darauf achten, dass Menschen, die sich vor schnell fahrenden Radfahrern fürchten – also ältere Leute und Kinder –, „die Angst genommen wird“. Beispielsweise durch eine strenge Überwachung, ob die Radfahrer in der Fußgängerzone wirklich die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit einhalten.

 

13A wird umgelenkt

Die Route der Buslinie 13A wird, verspricht Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne), noch adaptiert. So soll der Grünbaumplatz noch im Frühjahr so umgebaut werden, dass der Bus über die Amerlingstraße bis knapp vor die Fußgängerzone fahren kann. Von dort wird er über die Schadekgasse zur derzeitigen Route über die Windmühlgasse weiterfahren. Und für die dortigen Anrainer, sagt Vassilakou, werde sie sich zumindest für den Einsatz eines „lärmarmen Busses“ einsetzen. (eko/stu)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2014)

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