40 Jahre U-Bahn: Eine Wiener Verkehrsrevolution

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Es begann mit Euphorie: Nachdem der Gemeinderat 1968 den Bau eines Grundnetzes der U-Bahn beschlossen hatte, wurden zahlreiche Pläne entworfen, wie die Stadt per U-Bahn erschlossen werden könnte. Auf diesem Plan aus dem Jahr 1972 sind die Linien U1 bis U7 inklusive Abzweigungen zu finden.

(c) Archiv der Wiener Linien
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Der Bau brachte für mehrere Jahre unter anderem Löcher für das Stadtbild. Über die Großbaustelle am Karlsplatz führte ein Fußgängerübergang samt Aussichtsplattform, die von den Wienern in Anspielung auf Bürgermeister Bruno Marek scherzhaft "Marek-Loge" genannt wurde.

(c) APA/WIENER LINIEN (UNBEKANNT)
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Mit dem Bau der U-Bahn verbunden ist auch die Entstehung der ersten Fußgängerzonen in Wien. Stephansplatz und Kärntner Straße wären ohne den Bau der U1 wohl nicht so verkehrsberuhigt worden.

(c) Archiv der Wiener Linien
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Vom Bau bis zur Inbetriebnahme der ersten U1-Strecke, die zwischen Karlsplatz und Reumannplatz verlaufen sollte, dauerte es einige Jahre. 1973 wurde der erste Silberpfeil zu Testfahren in die Baugrube am Karlsplatz eingehoben. Erst rund fünf Jahre später sollte der Regelbetrieb beginnen.

(c) APA/WIENER LINIEN (UNBEKANNT)
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Auch das Innenleben der Stationen entwickelte sich erst nach und nach hin zu dem Erscheinungsbild, wie man es heute kennt. Vor dem finalen Innenausbau sah es in der Station Stephansplatz etwa so aus.

(c) Archiv der Wiener Linien
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Es war ein besonderer Tag, als am 25. Februar 1978 das erste Stück U-Bahn in Wien eröffnet wurde. Auch Bundespräsident Rudolf Kirchschläger hielt an diesem für Wien historischen Tag eine Ansprache.

(c) Wiener Linien (Wiener Linien)
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Kirchschläger besichtigte dann auch gemeinsam mit Wiens Bürgermeister Leopold Gratz und Verkehrsstadrat Franz Nekula (v. r.) die Fahrerkabine des ersten Silberpfeils.

(c) APA/WIENER LINIEN (UNBEKANNT)
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Die Bevölkerung nahm an den Feierlichkeiten jedenfalls großen Anteil. Wenn auch einige, vor allem ältere Menschen, anfangs noch skeptisch waren - sie hatten im Krieg den Aufenthalt in Luftschutzbunkern erlebt, sagt Wiener-Linien-Geschichtsexperte Johann Hödl. Und so gab es einige, die Angst in Tunnels hatten. Für sie habe es eigene Kurse gegeben.

(c) Wiener Linien (Wiener Linien)
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Zur Feier des Tages gaben die Wiener Stadtwerke für den 25. Februar 1978 eigene Ersttags-Fahrscheine heraus, mit denen die Bevölkerung kostenlos die U1 befahren konnte.

Wiener Stadtwerke
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Die erste Fahrt mit der U-Bahn war damals jedenfalls noch aufregend - 40 Jahre danach, wo die U-Bahn längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist, kaum mehr vorstellbar.

(c) Wiener Linien (Wiener Linien)
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Nach der Eröffnung des ersten Teilstücks fraß sich die U1 sukzessive in Richtung Norden vor - hier etwa zum Praterstern. Dass es zunächst nach Norden ging, ist wohl auch dem Einsturz der Reichsbrücke 1976 geschuldet - danach gab man der Erschließung von Kagran Priorität, der Ausbau nach Süden musste bis 2017 warten, als die Erweiterung nach Oberlaa eröffnet wurde.

(c) Archiv der Wiener Linien
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Und weiter ging es Richtung Norden. Über die Lassallestraße ging es vom Mexikoplatz in Richtung Kagran. Im Hintergrund ist die UNO-City zu sehen - damals noch nicht durch die Häuser der Donau City verdeckt.

(c) Archiv der Wiener Linien
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In mehreren Ausbaustufen wurde das Netz laufend erweitert. Besonders spektakuläre Eindrücke gab es etwa bei der Baustelle auf der Mariahilfer Straße. Die war vor dem U-Bahn-Bau eher heruntergekommen und erlebte nach der Eröffnung des U3-Teilstücks vom Volkstheater zum Westbahnhof einen neuen Aufschwung.

(c) Landesbildstelle bzw. MA 13 bzw. media wien
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Im Lauf des U-Bahn-Baus gab auch Irrwege. So wollte man etwa mit U2 und U4 einen Ring um die Innenstadt legen – und so fuhr 1981 die U2 in der Station Schottenring auf die Gleise der U4 und nach Hietzing weiter. Doch die kürzeren U2-Züge bekamen Probleme mit den Weichen und das Experiment U2/U4 wurde nach drei Wochen wieder beendet.

(c) Archiv der Wiener Linien
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40 Jahre U-Bahn bringen auch manche Kuriositäten hervor, etwa dieses Bild: Am 26. März 1992 durchstieß ein Fahrer der Garnitur beim Reversieren in der Abstellhalle Kagran der U1 die Rückwand. Er war schneller als mit der vorgeschriebenen Schrittgeschwindigkeit unterwegs und hat zu spät gebremst. Der vorderste Wagen der Garnitur blieb in fünf Metern Höhe in der Luft "hängen". Menschen kamen nicht zu Schaden.

(c) Landesbildstelle bzw. MA 13 bzw. media wien
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Nach mehreren Ausbaustufen ist das Netz auf 119 Stationen angewachsen (wobei die Wiener Linien Stationen, durch die mehrere Linien fahren, mehrfach zählen - sonst wären es 98 Stationen).

(c) ISP ZT GmbH
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Weitere Infos und historische Bilder finden sich in einem neuen Buch der Wiener Linien: "Chronik. Wiener U-Bahn-Bau" von Johann Hödl ist ab Anfang März im Verkehrsmuseum (Ludwig-Koeßler-Platz, 1030 Wien) oder online unter shop.wienerlinien.at um 15 Euro erhältlich.

Wiener Linien
Kommentar zu Artikel:

Löcher im Stadtbild, Irrwege im U-Bahnnetz

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