Wien kämpft gegen Drogen

Wien nimmt den Drogenhandel und vor allem den neuen Hotspot Gumpendorfer Straße ins Visier.

Polizisten patrouillieren am Praterstern, einem der Drogenumschlagplätze in Wien.
Polizisten patrouillieren am Praterstern, einem der Drogenumschlagplätze in Wien.
Polizisten patrouillieren am Praterstern, einem der Drogenumschlagplätze in Wien. – ROBERT JAEGER / APA / picturedes

Wien. Die Wiener Polizei und die Stadt Wien verschärfen ihren Kampf gegen Drogenhandel und Drogenkonsum – und zwar gemeinsam. Künftig will man noch enger zusammenarbeiten und zeigt dies gleich bei einer gemeinsamen Präsentation eines Maßnahmenpakets am Freitag. Vorgestellt wurde es von Polizeipräsident Gerhard Pürstl und Ewald Lochner, dem erst seit Kurzem amtierenden Wiener Koordinator für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen.

Die neuen Maßnahmen sollen vor allem beim Westbahnhof und im sechsten Bezirk gesetzt werden. Genauer gesagt rund um die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße, denn dort befindet sich die Anlaufstelle der Suchthilfe Wien – und auch der neue Drogen-Hotspot. Seit dem Frühjahr komme es dort vermehrt zu Drogenhandel und Drogenkonsum. Und: Dort sei nicht nur Aufenthaltsort von Wiener Junkies, sondern auch „suchtkranker Menschen aus den Bundesländern“, berichtet Lochner. Bei einer Schwerpunktaktion im August kam es zu zahlreichen Festnahmen und Anzeigen.

Die Polizei will aber nicht nur die Suchtmittelkriminalität bekämpfen, sondern Pürstl ist auch „ein sozial verträgliches Bild im öffentlichen Raum“ ein Anliegen. Was das heißt? „Vertreiben kann die Polizei niemanden“, erklärt ein Polizeisprecher. Aber dass die Menschen auf offener Straße konsumieren und Spritzen liegen lassen, das müsse nicht sein.

 

„Null Toleranz“

Dem will man mit Präsenz entgegenwirken. Es bestehe natürlich die Gefahr, dass sich der Drogenhandel wieder verlagere, gibt er zu. Dennoch „muss man die Leute ein bisschen auf Trab halten“.

Lochner formuliert es etwas härter: „Bei allem Verständnis für suchtkranke Menschen halten wir eines klar fest: In unserer Stadt gibt es null Toleranz für Drogenhandel und Konsum von illegalen Suchtmitteln im öffentlichen Raum.“

Konkret umfassen die Maßnahmen fünf Punkte: Sozialarbeiter sollen künftig ganztätig und flächendeckend unterwegs sein, bei der Weitergabe oder Handel von Substitutionsmedikamenten wird die Gesundheitsbehörde informiert und die Vergabe der Medikamente an Suchtkranke streng kontrolliert. Auch wird die Polizeipräsenz verstärkt und Drogenhändler von Kriminalbeamten stärker ins Visier genommen. Zusätzlich soll auch die MA48 mithelfen – mit einer noch intensiveren Straßenreinigung. (twi)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2018)

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