Wie im Film: Wer entschärft die Bombe unter der Erde?

Auf 170 m2 eröffnete am Freitag der nach eigenen Angaben größte und aufwendigste Escape Room Österreichs. Direkt am Gürtel.

Wien. Den Anfang macht eine Nachricht des Operators. Bei seismischen Messungen wurde der Alarm ausgelöst. Die Erde unter Wien vibriert, und die Behörden befürchten eine bevorstehende Detonation einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Maximal sechs Spieler werden nun zur Erstinspektion in das Gebiet der Erschütterung geschickt. In einen Biergarten, gleich neben einer verlassenen Trafik. Ab nun haben die Spieler 1,5 Stunden Zeit, um die Bombe zu entschärfen und rauszufinden, ob nicht noch mehr hinter den mysteriösen Vibrationen steckt. Willkommen bei Crime Runners. Der Live-Escape-Room-Betreiber setzt seit 2015 auf multimedial erzählte Geschichten und hat nun mit Going Underground den nach eigenen Angaben „aufwendigsten und größten Escape Room Österreichs“ am Freitag eröffnet. Dabei werden Spieler in einen Raum gebracht und müssen ein Rätsel lösen. Zuletzt kamen die Escape Rooms wegen eines Vorfalls in Polen in Verruf, wo ein Feuer ausbrach und sich drei Teenager nicht mehr aus dem verschlossenen Raum befreien konnten.

Bei Crime Runners verzichtet man daher bewusst darauf, Menschen einzusperren, außerdem gibt es Notschalter, Fluchtwege – und Videoüberwachung. Doch zurück zum Spiel: Auf über 170 Quadratmetern erstreckt sich der neuen Escape Room, der mit zehn verschiedenen Schauplätzen arbeitet und mit allen möglichen Tricks, die die (Film-)Welt zu bieten hat: verschiebbaren Wänden, Hologrammen, Lichteffekten, eingespielten Filmen und Audiodateien. Aus diesem Grund nennt Lukas Rauscher, Geschäftsführer von Crime Runners, das Spiel auch „eine Weiterentwicklung gegenüber klassischen Live Escape Games“. Die Szenen spielen neben der verlassenen Trafik auch in einer britischen Geheimstation, Minenschächten und verborgenen Höhlen (daher Going Underground). Freilich befindet man sich die ganze Zeit mitten in Wien. Im neunten Bezirk – direkt am Gürtel. Zwei Jahre haben Rauscher und seine Kollegen daran gearbeitet. Der neue Raum ist „dreimal so aufwendig wie unsere gesamte erste Filiale“, sagt Rauscher, der am Schottentor bereits drei Escape Rooms betreibt.

Boom in Wien

Live Escape Games haben zuletzt in Wien (wieder) einen kleinen Boom gehabt, mit 13 geplanten Räumen Anfang Jänner 2019. Die Escape-Room-Szene agiert grenzübergreifend. Wer kann, besucht die Spiele auch im Ausland. In Wien gab es im Jänner laut Rauscher 24 Anbieter mit 62 Räumen. Im Rest von Österreich waren es 22 Anbieter mit 68 Räumen. (win)

Web: www.crimerunners.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.03.2019)

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