Kriegsreporterin Düzen Tekkal: „Nichtbeachtung war mein Antrieb“

Die jesidisch-kurdische Kriegsreporterin Düzen Tekkal erzählte am Montag in einer Wiener Schule von ihrem Werdegang.

Düzen Tekkal mit Schülerinnen der Berufsschule für Schönheitsberufe in Wien-Penzing.
Düzen Tekkal mit Schülerinnen der Berufsschule für Schönheitsberufe in Wien-Penzing.
Düzen Tekkal mit Schülerinnen der Berufsschule für Schönheitsberufe in Wien-Penzing. – Zusammen:Östterreich

Ihr persönlicher Antrieb sei immer die Nichtbeachtung und Geringschätzung durch andere gewesen, sagt Düzen Tekkal. Geringschätzung durch ihre Eltern, ihre Lehrer, ihre Mitschüler. Als Tochter einer jesidisch-kurdischen Einwandererfamilie aus der Türkei habe ihr in Deutschland kaum jemand zugetraut, ihren Traumberuf zu erlernen und Journalistin zu werden. Einer ihrer Lehrer habe ihr sogar nahegelegt, mit ihren Schwärmereien keine Zeit zu vergeuden, sondern einen soliden Handwerksberuf zu erlernen – das sei Herausforderung genug.

Vorbilder für Schüler

"Jeder dieser Sätze hat mich dazu veranlasst, noch mehr zu lernen und noch mehr zu lesen", sagte die Dokumentar-Filmemacherin und Journalistin (RTL) am Montag bei einem Besuch in der Berufsschule für Schönheitsberufe in Wien-Penzing. Die 40-Jährige wurde von der Initiative „Zusammen:Österreich“ des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) eingeladen, im Zuge derer erfolgreiche Menschen mit Migrationshintergrund (Integrationsbotschafter) von ihrem Werdegang erzählen, um Schülern ein Vorbild zu sein und sie in ihren jeweiligen Karrieren zu motivieren.

Mit dabei waren am Montag auch die Integrationsbotschafter Sabina Dzalto (stellvertretende Leiterin des ÖIF-Integrationszentrums Steiermark), Joe Danzinger (Journalistin und Chefredakteurin „keep Styling – Roma Friseurbedarf" mit Wurzeln in Bulgarien) und Goran Ilic (Friseur mit Wurzeln in Serbien).

Menschen glücklich machen

Tekkal, die sich auch für die jesidischen Opfer der Terrormiliz IS einsetzt, betonte vor rund 60 Schülern – viele von ihnen mit Migrationshintergrund – neben der Bedeutung der deutschen Sprache auch die Schönheit ihres künftigen Berufs als Friseure und Stylisten, weil sie damit Menschen unmittelbar glücklich machen könnten. Menschen wie sie.

Denn durch ihren Beruf lebe sie zwar zumeist „aus dem Koffer“, aber: „Für meine regelmäßigen Friseurbesuche nehme ich mir immer Zeit, das gönne ich mir."

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