Sparen beim Bundesheer: Hemden werden gekürzt

Verteidigungsminister Klug informiert über Sparmaßnahmen: Flugstunden, öffentliches "Scharfschießen" und Roadshows werden reduziert.

Symbolbild: Garde des österreichischen Bundesheeres
Symbolbild: Garde des österreichischen Bundesheeres
Symbolbild: Garde des österreichischen Bundesheeres – Die Presse

Während im Bundesheer an Sparkonzepten gearbeitet wird, die im Herbst vorliegen sollen, hat das Verteidigungsministerium punktuelle Maßnahmen preisgegeben. Hintergrund sind mehrere parlamentarische Anfragen der FPÖ an Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ). In deren Beantwortung wird etwa eingeräumt, dass beim "Scharfschießen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit" gespart wird. Darunter sind öffentliche Events von "Partnerverbänden" - etwa Offiziersgesellschaften - zu verstehen. Bisher stellte das Ministerium dafür Material zur Verfügung. Nun habe man dies zwar "nicht komplett ausgesetzt", jedoch eingeschränkt.

Die Veranstaltungsserie "Bundesheer on the Road", bei der Informationsoffiziere das Bundesheer präsentieren, läuft heuer ebenfalls in einer Schmalspurvariante. Nur einer von vier Terminen, nämlich in St. Pölten, wurde durchgeführt, "die anderen drei ausgesetzt", so ein Sprecher von Klug am Donnerstag. Auch hier soll 2015 über die künftige Ausgestaltung entschieden werden. Der Verteidigungsminister führte zudem aus, dass die "Tage der Offenen Tür bei den Verbänden des Bundesheeres zukünftig nicht mehr an Samstagen stattfinden, um Mehrdienstleistungen zur reduzieren". Noch keine Details gibt es zur Ausgestaltung der heurigen Leistungsschau am Nationalfeiertag.

Skurril mutet die Maßnahme an, Langarm-Hemden von Bundesheer-Soldaten auf Kurzarm umzunähen, um die Stoffreste für Dienstgradlaschen zu verwenden. Konkret handele es sich um zehntausende Hemden des alten "Feldanzug 75". Sie würden von einer Wiener Näherei auf eine Länge von 24 Zentimeter gekürzt, berichtet die Tageszeitung „Heute" am Donnerstag unter Berufung auf die Anfragebeantwortung. Die Ersparnis gegenüber einem Neukauf betrage demnach bis zu zwölf Euro.

Flugstunden auf 710 gekürzt

Spekulationen, dass das Heer die Transportflieger "Hercules" verkaufen könnte, von denen die "Oberösterreichischen Nachrichten" berichtet hatten, erteilte der Minister eine Absage. Aus seiner entsprechenden Beantwortung geht allerdings hervor, dass die Flugstunden heuer auf 710 gekürzt wurden (nach 873 im Jahr 2013 und 799 2012). "Bei einem darüber hinausgehenden Bedarf wird auf alternative Transportmittel, wie Land- oder Eisenbahntransport, zurückgegriffen." Eine Flugstunde kostet 11.600 Euro.

In einer weiteren Beantwortung betonte Klug, dass man mehr Miliz-Übungstage bereitstellt, als in Anspruch genommen werden. 2012 seien 93.037 Tage absolviert worden, 2013 88.522, für heuer seien 105.879 Übungstage geplant. Außerdem listete er konkrete Investitionen in Kasernensanierungen auf - 5,7 Millionen Euro sollen 2014 für Verbesserungen von Gebäuden an insgesamt sieben Standorten ausgegeben werden.

>> Bericht der Tageszeitung "Heute"

(APA)

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