Aesop-Parfum „Hwyl“: Herbst am Handgelenk

Erde, Moos und Whisky: Einen Hauch einsames Schottland kann man jetzt auch tragen.

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„Sleeping moss, waking trees“ – schlafendes Moos, erwachende Bäume. Die australische Kosmetikmarke Aesop findet, dass das die Wörter sind, um ihre Kunden hin zu einem neuen Parfum – dem dritten des Hauses – zu locken, das unaussprechlich heißt, „Hwyl“ nämlich. Da braucht man verständlicherweise eine bildlichere Sprache, um zu vermitteln, was dahinter steht. Nur: So recht passen mag „Schlafendes Moos und erwachende Bäume“ auch nicht, trägt man den (Unisex-)Duft erst einmal am Handgelenk. Vielmehr riecht es dann dort nach „Schottische Kneipe und wabernder Rauch“. Ungewöhnlich und warm. Außerordentlich herb und rau. Nach einem Ledersessel – einem großen, glatten in Dunkelrot, in dem man vor dem Kamin sitzt, ein Glas Whisky in der Hand. Um dann, weil das Holz ein bisschen zu qualmen beginnt, das Fenster aufzumachen, hinauszutreten auf eine große Terrasse, umgeben von wildem, dunklem Grün, auf das der Regen fällt, unablässig in schweren Tropfen. Der Rauchgeruch vermischt sich mit dem kühlen Grün.

Nase. Ex-Model Fillion kreierte zuvor Düfte für Comme des Garçons und Paul Frank.
Nase. Ex-Model Fillion kreierte zuvor Düfte für Comme des Garçons und Paul Frank.
Nase. Ex-Model Fillion kreierte zuvor Düfte für Comme des Garçons und Paul Smith. – (c) Beigestellt

Grün ums Herz. Parfumeur Barnabé Fillion, der für Aesop „Hwyl“ kreiert hat, ist ein Whiskyfreund, und ganz glücklich, wenn man ihm von dieser Assoziation erzählt. Inspiration für das Parfum will er sich dennoch in Japan geholt haben, wo man der Botanik eine ganz andere Rolle als in Mitteleuropa zuschreibt: der Wald als Tempel und so. Es wird einem ganz grün ums Herz. Dabei ist erst die zweite Note des Duftes eine grüne, so lange hält das Rauchige an. „Das ist eine nette Wendung, die wir da ausprobiert haben“, findet Fillion. Ein warmes Zimmer, aus dem man hinausgeht in den Garten. Und dort draußen? Die Stille, die Ruhe, der Schutz, den Fillion in Japan in der Natur erlebt hat – all das will er mit „Hwyl“ vermitteln.

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Rauchig. Die Nippon-Verbindung wird dem Duft allerdings auch nicht gerecht. Es muss Schottland sein. Und Fillion kann auch ganz wunderbar von Schottland erzählen: „Ich mag den Gedanken. Kennen Sie Islay im Süden? Dort machen sie diesen getorften Whisky. Der Torf dort ist ja voll mit Bäumen.“ Der Torf von dort sei vielmehr wie rauchiges Holz. „Ich liebe rauchigen Tee, ich liebe rauchiges Essen. Zum Beispiel mache ich gerne einen rauchigen Teeaufguss für Fisch. Ich mag auch das rituelle Element von Rauch.“ Die rauchige Note von „Hwyl“ stammt vor allem von Vetiver aus Madagaskar; die Sorte, die man gewählt hat, riecht für Fillion ein wenig femininer, als Vetiver das normalerweise tut. Gepaart wird der Extrakt mit Weihrauch und Moos, davor riecht man Thymian und Zypresse. Ein dunkles Bouquet – ein sehr herbstliches. Und übrigens: Fillion weiß auch nicht, wie man den Namen des Parfums richtig ausspricht, also keine Sorge, sollten Sie ins Stammeln geraten. Das ist offenbar ein bisschen part of the game.

Tipp

Neuer Store von Aesop in Wien, Bauernmarkt, Soft Opening: 21. 9.

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