Stilfigur: C38-Carry-On Luggage

Problemlöser.

(c) Beigestellt

So sehen sich Designer gern. Und weil die großen Probleme schwierig sind und manchmal gar nicht einmal vor der Haustür liegen, löst man lieber Probleme, die man zwar selten hat, aber die man sich zumindest gut vorstellen kann. Der Problemfall: Reisen mit dem Anzug. Die mögliche Lösungsoptionen – zu Hause bleiben, Videokonferenz machen, Skypen, alles nicht so eng sehen, Dresscodes hinterfragen – wurden einmal prophylaktisch ausgeklammert. Damit man sich besser um winzige Details kümmern kann, die winzige Zielgruppen betreffen. Der James-Dyson-Design-Award 2015 ging an Nachwuchsdesigner Michael Kogelnik, der mit dem Projekt „C38-Carry-On Luggage“ ein Problem löst, das laut Pressetext alle, also wirklich alle, haben. Das Gewand zerknittert, die Stirn legt sich in Zornesfalten. Denn: „Wer kennt das nicht, das Problem von Hemden, Anzügen oder Kleidern?“ Hat die Ariel-Waschmittelwerbung Oma Klementine aus den 1970er-Jahren wieder ausgegraben? Die Wäsche knitterfrei im Handgepäck mitnehmen? Das war nie das Problem. Das Handgepäck an sich ist es, das alles verkompliziert. Und ärgerlicher als das Design des Vorgangs „Reisen im Flugzeug“ können Falten im Hemd am Zielort auch nicht sein. Zwölf Patente stecken anscheinend schon im Projekt „Ch38“. Marktreif ist es längst. Zu kaufen ist es auch (www.vocier.com für 685 Euro). Ein einziges Patent für angenehmes Reisen, auch ganz zerknittert, würde nicht nur etwas lösen. Sondern auch erlösen.

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