Testessen: Französisch im CouCou

Franko-Klassiker wie Quiche, Zwiebelsuppe und Cassoulet um wenig Geld. Plus: eine große Frühstücksauswahl.

Die Provence im Karmeliterviertel
Die Provence im Karmeliterviertel
Die Provence im Karmeliterviertel – Christine Pichler

Mit der Bezeichnung Frühstückslokal sei man nicht zufrieden, da habe die Konkurrenz leider was Falsches geschrieben, sagt Michael Jirovec in Anspielung auf einen Zeitungsartikel über das neue CouCou im Karmeliterviertel (das freilich eine sehr breite und verlockend klingende Auswahl an Frühstückspaketen bietet). Bistro-Café, wie an anderer Stelle genannt, wollte man auch nicht auf sich sitzen lassen, man sei eine Bistro-Brasserie und ein vollwertiges Restaurant. Das allerdings um 18 Uhr schließt, was wiederum nicht alle mit dem Begriff Restaurant verbinden. Um etwaigen Klagen zu entgehen, soll das CouCou an dieser Stelle also einfach als Lokal bezeichnet werden. Hübsches französisches Lokal mit niedrigen Preisen ist womöglich auch noch erlaubt.

Das CouCou von Stephan Hoppe (er hat davor in Huths Gastwirtschaft gekocht) und Michael Jirovec (Service) folgte auf die RisottoBox. Die Einrichtung im Gastraum/Schankraum/Bistro-Brasserie-Restaurant-Raum, also etwa das pastellige Grünblau an den Wänden, die Hochtische und die Deckenlampen, behielt man bei, ein bisschen vintagelastige Dekoration kam dazu. Und, an einigen Stellen im Lokal verteilt, das Lavendelmotiv. Hoppe und Jirovec haben das CouCou schließlich rund um das Thema Provence konzipiert. Zu trinken gibt es hausgemachte Lavendel-Basilikum-Limonade, Lillet Spritz oder Orangina (leider aus Plastikflaschen), zu essen einige erwartbare Franko-Klassiker und ein paar Ausreißer.

Christine Pichler

Also einerseits verschiedene Quiches, etwa mit Eierschwammerln und Garnelen (ab 6,80 Euro). Serviert werden diese mit senfig mariniertem und – das ist erwähnenswert, weil selten – wirklich frischem Blattsalatmix. Die Riesenportion Zwiebelsuppe, kräftig dunkelkräutrig sowie mit Nelke, Piment und gestoßenen Senfkörnern gewürzt, hat sich olfaktorisch schon länger durch den geschmolzenen Gruyere auf dem Röstbrot angekündigt (4,20 Euro). Geschmolzenen Käse, nämlich Brie, enthalten auch die drei dunkel gebackenen Blätterteigtascherln mit wunderbar dazu passendem Traubenragout (5,60 für eine Fast-schon-Hauptspeisenportion). Räucherforellen-Rilettes, Lamm-Rilettes oder Beef Tatar gibt es auch noch als Entrées, man könnte jedoch noch Platz lassen für eines der im Tontopf servierten Cassoulets (ab 7,90): Ob mit Ente, Kaninchen oder vegetarisch mit Quitte, Melanzani und Paradeisern, ungewöhnlich gewürzt. Wenn dann noch etwas geht, blicke man in die Kuchenvitrine. Keinen Pastis zu bieten ist natürlich nie eine Lösung.

Info

CouCou, Hollandstraße 10, 1020 Wien, Tel.: 0677 63 45 52 22, Restaurant: Mo–Fr 8–18, Sa 9–16.30 Uhr.

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("Die Presse-Schaufenster", 19.07.2019)

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