Designschau: Im begehbaren Schaufenster

Von der Minimalismusküche bis zu Parov Stelars Plattenspieler: „Die Presse“ zeigt im MAK gutes Design – und diskutiert darüber. Noch bis Sonntag.

(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)

Die Zebrastreifen wiesen den Weg: Schon vor dem Café Prückel leuchtete das Logo der Design 2014, sauber in die ergraute Farbe geputzt. Und spätestens bei der eindrucksvollen Philippe-Starck-Lampe beim ersten Stand im MAK (Steininger), wo das Wort Lampenschirm eine neue Bedeutung bekam (jene eines Regenschirms über dem Luster), war klar, dass es hier um Design ging. Um gutes.

Um gleich bei Steininger zu bleiben: Das oberösterreichische Interior-Design-Unternehmen mit eigener Manufaktur, das rund um den Globus ausführt, ist mit einer minimalistischen schwarzen Küche vertreten, die erst auf den zweiten Blick als solche erkennbar ist. „Die Küche“, sagt Designer Martin Steininger, „ist die Königskategorie.“ Alltagstauglich? Man hat sogar an einen Platz gedacht, an dem das Abwaschschwammerl verschwindet.

Wie zeitlos gutes Design sein kann, zeigt etwa Reiner Mortensen, der seine Polstermöbel von Cor (und die Möbel von Interlübke aus der gleichen deutschen Gründerfamilie Lübke) normalerweise auf der Tuchlauben verkauft: Er hat einen grünen Sesselentwurf aus dem Jahr 1972 mitgebracht. Dass manche Dinge langlebig sind, weiß auch Heinz Lichtenegger: Der Hi-Fi-Händler hat 1991 Weitblick bewiesen und eine im Schließen begriffene Plattenspielerfirma gekauft. Heute ist er weltweit gefragt. Auf der Design 2014 zeigt er jenes Modell, das Parov Stelar entworfen hat – zu sehen beim Stand von Media Markt, der seine schönsten Produkte präsentiert: vom Eiskasten mit Schiefersteinplatte bis zum Humidor.

Insgesamt präsentiert sich die Ausstellung wie eine begehbare Ausgabe des „Schaufenster“, mit Design zum Anschauen und Ausprobieren – vom Unterwassergarten bis zur Vorausschau auf die Produkte der „Presse“-Edition, die nächste Woche präsentiert werden.

Schmuck zeigt die Diamond Vienna. Dazu kommen hochkarätige Talkrunden: So diskutierte „Presse“-Redakteurin Ulrike Weiser gestern Abend mit Georg Emprechtinger (Team 7), Heinz Hofer-Wittmann (Wittmann) und Thomas Bene (Six Degrees) über den „Wahren Wert von Design“. Heute, Samstag, spricht um elf Uhr die Neue Wiener Werkstätte mit Breaded Escalope, um 15 Uhr lädt Lobmeyr zum Jour fixe mit Marco Dessi; am Sonntag diskutiert „Presse“-Redakteurin Anna-Maria Wallner um elf Uhr mit Designern wie Thomas Feichtner und Chmara & Rosinke.

Design 2014: MAK, Sa: 10–19 Uhr, So: 10–18 Uhr, Tickets: neun Euro. www.diepresse-design.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.11.2014)

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