Kinderstars: 13 oder 23, Millie Bobby Brown?

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Die Kritiker und Fans lieben sie gleichermaßen: Millie Bobby Brown, britisch-amerikanische Schauspielerin und Darstellerin der Figur Eleven in der Science-Fiction-Serie "Stranger Things", die vom Online-Streamingdienst Netflix produziert wird - und im vergangenen Jahr für einen regelrechten Hype um die Darsteller der Serie sorgte. Die übrigens alle sehr jung sind: Die Hauptcharaktere von "Stranger Things" sind großteils Kinder.

(c) imago/MediaPunch (RW)
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Brown selbst ist 13 Jahre alt - und kann für ihre Arbeit für "Stranger Things" auf eine beeindruckende Reihe von Preisen und Nominierungen zurückblicken, die sich innerhalb des letzten Jahres anhäuften.

(c) imago/Cinema Publishers Collection (Courtesy of Netflix)
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Kein Wunder also, dass sich alle um das junge Ausnahmetalent reißen. Im Vorfeld des Starts der zweiten Staffel von "Stranger Things" Ende Oktober wurde Brown auf große Promo-Tour geschickt - und zierte zahlreiche Magazincover: etwa des Branchenblatts Variety...

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...der US-amerikanischen Lifestylezeitschrift Instyle...

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...oder der französischen Zeitschrift "L'Officiel"...

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...wobei sie hier Unterstützung von ihrem - ebenfalls 13-jährigen - "Stranger Things"-Kollegen Noah Schnapp erhielt, der für die Männerausgabe des Magazins posierte.

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Für Aufregung sorgte aber in besonderem Maße das Cover der spanischen Zeitschrift "Mujer Hoy". Dass eine 13-Jährige als Titel-Model eines Magazins mit dem Namen "Die Frau von Heute" posieren müsse - noch dazu mit halb geöffneten Mund, einem Ausdruck, der als besonders lasziv gelte - sei ein Zeichen dafür, dass Browns Berater ihre junge Klientin viel zu schnell altern ließen, schrieb eine Autorin des Modee-Onlinemagazins "Go Fug Yourself" in einem Kommentar.

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Tatsächlich begannen sich mehr Leute diese Frage zu stellen, als Brown stark geschminkt, mit Perücke und mit glattem Look (und erneut mit übertrieben laszivem Posing) zur Premiere der neuen "Stranger Things"-Staffel kam.

(c) REUTERS (Mario Anzuoni)
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Brown werde gestylt wie eine 22-Jährige, kritisierten Kommentatoren. Tatsächlich wirkt die 13-Jährige neben ihren "Stranger Things"-Co-Stars (v. l. n. r.: Schnapp, der 15-jährige Gaten Matarazzo, Brown, die 15-jährige Sadie Sink, der 16-jährige Caleb McLaughlin, der 14-jährige Finn Wolfhard) wesentlich älter.

(c) REUTERS (Mario Anzuoni)
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Der krasse Imagewandel der 13-Jährigen könnte in der Tat mit einem ihrer Berater zusammenhängen: Der New Yorker Stylist Thomas Carter Phillips kreiert Browns Looks für öffentliche Auftritte. Auf seinem Instagram-Account teilt der Stylist immer wieder inszenierte Backstage-Bilder von Brown - oft in äußerst erwachsenen Posen.

Instagram/@tcarterphillips
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Der Hype um den Stil von Brown hatte freilich schon wesentlich früher begonnen, als die Schauspielerin gemeinsam mit ihren "Stranger Things"-Kollegen auf den roten Teppichen der USA für frischen Wind sorgte - auch modisch. Vor einem Jahr noch begeisterte die damals Zwölfjährige mit eleganter Kurzhaarfrisur und extravagantem Kleid.

(c) REUTERS (Lucy Nicholson)
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Mittlerweile ist Brown aber gar nicht mehr wiederzuerkennen. "Millie taucht auf einmal auf wie jemand, der so aussieht, als ob er vorzeitig ins Erwachsenenleben hineingestriegelt werden würde", schreibt die Kommentatorin auf "Go Fug Yourself".

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Niemand solle gezwungen werden, solche Schuhe (von Gucci) zu tragen, schon gar keine 13-Jährige, schreibt die Kommentatorin weiter über den Auftritt Browns in der Fernsehsendung "Good Morning America".

(c) imago/MediaPunch (RW)
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Auch während der Modewochen im September 2017 machte Brown mit durchgestylten Auftritten auf sich aufmerksam.

Instagram/@tcarterphillips
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In der Tat: Für Außenstehende bleibt es schwierig zu beurteilen, ob Brown - die offenbar selbst großes Interesse an Mode hat - ihre Auftritte und ihre Looks kontrolliert - oder ob ihr Team dies übernimmt.

Instagram/@tcarterphillips
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Viele Kleider, die Brown trägt, würden an der 13-Jährigen tatsächlich so wirken, als ob sie im Kleiderkasten einer Fremden gewühlt hätte, lautet die scharfe Kritik der Autorin bei "Go Fug Yourself"...

(c) imago/MediaPunch (RW)
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...die aber nochmals darauf hinweist, worum es eigentlich gehe: dass eine 13-Jährige so angezogen wird, dass niemand mehr darüber nachdenke, dass sie eben erst 13 ist. Es sei okay, dass sie "großartig" angezogen sei, schreibt die Autorin: "Aber sie sieht wie 22 aus, und ich kann nicht genug betonen, wie sehr 13-Jährige nicht nach vorne springen müssen, um 'Go' zu drücken."

(c) imago/ZUMA Press (Birdie Thompson)
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Diese Worte erinnern freilich mahnend an Kinderstars wie Drew Barrymore: Die US-amerikanische Schauspielerin, die in den 1980er-Jahren in der Rolle der Gertie in Steven Spielbergs Film "E.T." zum Weltstar wurde, reifte nicht nur optisch schneller (auf diesem Foto etwa ist Barrymore 14 Jahre alt), sondern erlebte auch all die anderen Schattenseiten der Glamour-Welt recht früh. Mit neun Jahren sei sie das erste Mal betrunken gewesen, mit zehn habe sie ihren ersten Joint geraucht, mit zwölf Jahren das erste Mal Kokain geschnupft. Sie landete Ende der 1980er-Jahre in einer psychiatrischen Klinik.

(c) imago/ZUMA Press (imago stock&people)
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Ebenfalls mit 13, wenn aber schon in den 1970er-Jahren, wurde Jodie Foster als minderjährige Prostituierte im Film "Taxi Driver" weltbekannt - und für die Rolle für einen Oscar nominiert. Wie Barrymore wurde sie von ihrer Familie zum Film hingeführt und wurde so zum klassischen Kinderstar; allerdings schaffte es Foster, ihre Jugend trotz des Erfolges problemfrei zu verbringen. In ihrem Gymnasium war sie Klassenbeste, ihr anschließendes Literaturstudium an der Yale University schloss sie mit Magna cum laude ab. Ihre Schauspielkarriere brachte ihr schließlich zwei Oscars ein.

(c) imago stock&people (imago stock&people)
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Millie Bobby Brown wird oft mit ihr verglichen - auch, weil die beiden einander sehr ähnlich sehen: Auch Natalie Portman war 13, als sie im Jahr 1994 auf einen Schlag berühmt wurde. Sie spielte damals die Rolle der Mathilda in "Léon - Der Profi" an der Seite Jean Renos. Auch in den darauffolgenden Jahren schaffte es Portman, gute Kritiken für ihre Filmauftritte zu bekommen - und mit 16 begann sie, die Rolle der Padmé Amidala in "Star Wars" zu spielen - ein weiterer riesiger Karriereschritt in jungen Jahren.

(c) imago/United Archives (imago stock&people)
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Portman - auf diesem Foto ist sie 13 Jahre alt - war sich der Schwierigkeit bewusst, durch ihre frühen Rollen als sehr junge Schauspielerin "zum Traum eines jeden Pädophilen" geworden zu sein, wie sie einmal in eine Interview mit der britischen Tageszeitung "The Guardian" zugab. Sie habe damals beschlossen, "kein sexy Zeug" mehr zu machen. Auch Portmans Eltern und Schauspielkollegen mischten sich ein, wenn sie das Gefühl hatten, der jungen Actrice werde zu viel zugemutet - oder das Skript entspreche nicht dem Alter der Rolle, die Portman spielte. 2000 begann Portman - parallel zur Arbeit an "Star Wars" und anderen Schauspielprojekten - ein Psychologiestudium an der Harvard University. Später sollte sie ebenfalls Oscar-Preisträgerin werden.

(c) imago/ZUMA Press (imago stock&people)
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Wie wohl Brown mit dem Druck umgehen wird? Es wurde immerhin vor einigen berichtet, dass auch ihre Familie großes Interesse an ihrem beruflichen Fortkommen habe: Ihr Vater wolle einen "Bonus für eine Unterschrift" Browns bei Verträgen einkassieren. Und: Im März lieferte die junge Schauspielerin vielen ihrer Anhänger einen guten Grund zur Sorge, als sie ihre Autogrammstunden bei einer Fan-Convention absagte. In einem - mittlerweile gelöschten - Instagram-Video erklärte sie, "zu hart gearbeitet" zu haben und sich erholen zu müssen. Sie werde keinesfalls jemals wieder eine solche Convention verpassen - und es gibt eine Theorie, warum: Conventions sind direkte Geldmaschinen für Stars (oder deren Management).

(c) REUTERS (Danny Moloshok)