Stilreport

Melania Trumps London-Looks

Royale Inspirationen, viel Gegenwind und ein Blick zurück auf die modischen Anfänge der First Lady von Amerika: Der US-Präsident und seine Frau weilen derzeit auf Staatsbesuch in London - mit Koffern voller Designerstücke.

Mit hohem Absatz und mit eingeschränktem Sichtfeld (Hut von Philip Treacy) geht es vorsichtig die Treppen hinab zum letzten Termin der London Reise von US-Präsident Trump und der First Lady. In der südenglischen Hafenstadt Portsmouth fand der Auftakt der Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg statt. Einige Mitglieder der britischen Königsfamilie sowie 16 Staatsoberhäupter nahmen in Anwesenheit von über 300 Veteranen auf der Ehrentribüne Platz, um an den D-Day zu erinnern.

(c) REUTERS (Carlos Barria)

Zum Abschluss sehen wir Melania noch einmal in Weiß, noch einmal in einem Mantelkleid und noch einmal neben zwei hochrangigen Royals. Diesmal posiert die Queen und Prinz Charles mit dem Präsidentenehepaar, wenn auch etwas mit verzwickter Miene. Nächster Stopp der Familie Trump auf ihrer Europatour ist übrigens Irland, bevor es weiter nach Frankreich geht.

(c) Getty Images (Jeff J Mitchell)

Wir sehen rot für Melania: Und zwar in Form eines bodenlangen Cape-Kleides von Givenchy. Für das „Return Dinner“ im Winfield House, der Residenz des US-Botschafters in London, gab es also eine erneute Hommage an eine Dame des britischen Königshauses: Aus dem französischen Modehaus bzw. aus der Feder der britischen Designerin Clare Waight Keller stammt das Brautkleid (und viele andere Outfits) von Herzogin Meghan. Auch Präsident Donald Trump hatte wohl gerade eine Eingebung.

(c) Getty Images (Peter Summers)

„Bitte lächeln“: Prinz Charles und Herzogin Camilla sind an diesem Abend im Auftrag Ihrer Majestät unterwegs und stellen sich für das obligatorische Gruppenfoto mit dem Präsidentenehepaar vor historische Tapete. Während sich Melania dieses Mal in Knallfarbe nicht zurückhält, passt sich Camilla farblich ihrer Umgebung (Möbel, Lampen, Teppich) an. So sieht es also aus, wenn königliche Eleganz auf präsidialen Pomp trifft.

(c) REUTERS (POOL New)

Nach Queen Elizabeth II statteten Donald und Melania Trump der zweitwichtigsten Frau auf der britischen Insel einen Besuch ab. In der Downingstreet 10, dem Arbeitssitz der britischen Premierministerin, traf man sich zum Politik-Plausch mit Theresa May. Zumindest der Präsident, denn die First Lady absolvierte mit Mr. May einstweilen ein „Damenprogramm“: Ganz britisch wurde zu einer Gartenparty und Teestunde geladen, wie CNN zu berichten weiß.

(c) Getty Images (Dan Kitwood)

Ob hier jemand die Kleiderwahl von Herzogin Kate studiert hat? Denn Mantelkleider (Melania trägt ein beiges Modell von Celine) gehören zu den Lieblingskleidungsstücken von Prinz Williams Ehefrau. Nicht weniger royal die Accessoires: Henkeltasche (ohne die geht die Queen nicht aus dem Haus) von Hermès und Handschuhe (ohne die schüttelt die Queen keine Hände). Und: Melania hat den Celine-Trenchcoat bereits einmal getragen - ungewöhnlich für die Fist Lady, Usus für die Herzogin von Cambridge.

(c) Getty Images (Dan Kitwood)

In Reih und Glied: Bevor es anlässlich des Staatsbanketts zu Tisch ging, positionierten sich Donald Trump, die Queen, Melania Trump, Prinz Charles und Herzogin Camilla für ein Gruppenfoto. Auffällig: Die Damen entschieden sich einstimmig für helle Kreationen (die First Lady trägt Dior). Nur Schärpen und Diademe machten den kleinen, feinen royalen Unterschied. 16 Mitglieder der königlichen Familie nahmen übrigens an der (sehr langen) Tafel Platz, nur Prinz Harry und Herzogin Meghan, die über ihre Baby-Pause gerade wohl nicht froher sein könnte, ließen sich entschuldigen.

(c) Getty Images (WPA Pool)

Pomp und Ehre für Donald und Melania Trump: Der US-Präsident ist zum Staatsbesuch in Großbritannien gelandet – eine durchaus umstrittene Visite. Rauer Wind schlägt dem Präsidentenpaar bereits bei der Ankunft in London entgegen – wenn auch nur in Form einer steifen Brise. Melanias Körperhaltung passt sich den Umständen an und wirkt ebenfalls recht starr. Vielleicht zwickt auch nur ihr rot-blau-weißes (wie patriotisch) Blusen-Rock-Ensemble (Oberteil von Burberry) nach der langen Reise.

(c) Getty Images (Leon Neal)

An der Hand ihres Mannes und in Louboutin-Heels geht es mit Sichtschutz in Form von Haar und schwarzer Sonnenbrille über das Rollfeld.

Zu Mittag wird mit der Queen gespeist. Geplant sind auch ein Besuch der Westminster Abbey und ein Treffen mit Prinz Charles. Für den Abend ist ein Staatsbankett im Buckingham-Palast angesetzt, das Herzogin Meghan und Prinz Harry jedoch schwänzen werden. Verzichten muss der Präsident aus Furcht vor Protesten vermutlich auch auf eine traditionelle Kutschfahrt über die Prachtstraße "The Mall" - und wir hoffentlich auf modische Verfehlungen der First Lady.

(c) Getty Images (Leon Neal)

Standesgemäß landen Donald und Melania Trump mit dem präsidenteneigenen Helikopter „Marine One“ auf dem Rasen vor dem Buckingham Palast, wo die Queen zuletzt noch zu einer Gartenparty lud. Prinz Charles und Herzogin Camilla begeben sich gleichsam aufs Grün, um die Gäste zu begrüßen. Die First Lady gibt sich hutmäßig (von Hervé Pierre) noch ein wenig bedeckt, scheint sich mit der Herzogin von Cornwall jedoch zumindest farblich abgestimmt zu haben.

(c) REUTERS (Toby Melville)

Hand aufs Herz: Weißes Kleid (von Dolce & Gabbana), lange Ärmel, dunkler Taillengürtel und Schuhe, das haben wir doch schon einmal ganz ähnlich gesehen - und zwar an Herzogin Meghan beim Pferderennen in Ascot. Ob sich Queen Elizabeth II wohl das gleiche gedacht hat?

(c) REUTERS (Toby Melville)

Einen modischen Vorgeschmack auf die nächsten Tage gibt der Juli vergangenen Jahres, als Trump und seine Frau zu einem mehrtägigen Arbeitsbesuch nach Großbritannien kamen. Bei ihrem ersten Besuch letzten Sommer schien sich Melania Trump noch ein bisschen an Herzogin Meghan von Sussex orientiert zu haben.

Die Air Force One verließ sie an der Seite ihres Mannes, US-Präsident Donald Trump, in einem Etuikleid von Roland Mouret (der Designer lebt in London), das etwa 1100 Euro kostet.  Komplettiert wurde der Look mit einem dünnen roten Gürtel und Stilettos von Christian Louboutin.

(c) imago/PA Images (Matt Crossick)

Glamouröser ging es beim Staatsdinner im Blenheim Palace weiter. In dem gelben Kleid von J. Mendel hätte Melania Trump auch bei den Oscars eine gute Figur gemacht.

(c) REUTERS (KEVIN LAMARQUE)

Beim Besuch von Emmanuel Macron in den USA hatte sie sich noch ein Stilduell mit Brigitte Macron geliefert, Premierministerin Theresa May eignete sich dafür weniger. Die 61-Jährige wählte ein rotes Kleid von Amanda Wakeley, das sie schon beim Lord Mayor's Banquet im November 2016 trug.

(c) imago/i Images (Andrew Parsons / i-Images)

Auch Queen Elizabeth II gab Trump und seiner Frau die Ehre – und so ganz ohne Fauxpas ging es nicht zu. Zunächst ließen Trump und First Lady Melania die Queen mehrere Minuten im Innenhof des Windsor Castle warten. Auch für einen obligatorischen Knicks war man sich zu schade.

Auf diesem Bild ließ der US-Präsident der britischen Monarchin noch den Vortritt. Beim Abschreiten der Ehrengarde drehte er der Queen später weniger elegant den Rücken zu. Elegant war zumindest das crèmefarbene Kostüm der First Lady. Die Besuche von Trumps Vorgänger gingen hingegen - fast - alle reibungslos über die Bühne.

(c) Getty Images (WPA Pool)

Melania Trumps Look entspricht meist dem der wohlhabenden New Yorkerin: glatt, figurbetont und wenig individuell. So hat sich ihr Stil verändert:

Mit einer Verneigung vor Jacqueline Kennedy hat die modische Geschichte der 45. First Lady begonnen. Das frühere Fotomodel trug zur Amtseinführung ihres Ehemannes Ende Jänner 2017 ein hellblaues, bis zu den Knien reichendes Kaschmirkleid von Ralph Lauren mit einer gleichfarbigen Bolerojacke, deren Kragen sich hoch und eng um ihren Hals schloss.

 

Reuters

Das elegante Outfit wurde durch Samthandschuhe in der gleichen Farbe vervollständigt. Die Haare trug die gebürtige Slowenin entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten nicht offen, sondern hochgesteckt. Ihr Schmuck bestand aus diamantenen Ohrsteckern. Und das Outfit kam nicht von ungefähr.

Reuters

Melania Trump nannte 1999 die "sehr traditionellen" Hausherrinnen des Weißen Hauses Betty Ford und Jackie Kennedy als Vorbilder, sollte ihr Mann Donald jemals zum Präsidenten gewählt werden.

Im Bild: Designer Hervé Pierre hat Trumps Kleid für den Amtseinführungsball entworfen.

Reuters

Während Kennedy, First Lady von 1961 bis 1963, eher als Mode-Stilikone in Erinnerung geblieben ist, die gerne Pillbox-Hüte trug, das Weiße Haus renovieren ließ und nach der Ermordung von JFK später den griechischen Reeder Aristoteles Onassis ehelichte, vertrat Ford doch klare politische Positionen und setzte Zeichen im Kampf gegen Sozialprobleme.

Im Bild: Ein leuchtender Auftritt in Emilio Pucci.

Reuters

Nach dem unerwarteten Einzug ihres Mannes Gerald ins Weiße Haus infolge des Rücktritts Richard Nixons in der Watergate-Affäre propagierte sie das Recht auf Abtreibung. Nach einer Brustkrebs-OP engagierte sich Ford in der Krebsvorsorge. 1982 gründete sie nach eigener Abhängigkeit in jungen Jahren in Kalifornien die Drogen- und Alkoholentziehungsklinik Betty Ford Center.

Im Bild: Nude-Schösschen von Roland Mouret und die passenden Pumps von Louboutin.

Reuters

Als gebürtige Slowenin ist Melania Trump die erste Migrantin als First Lady - der scharfen Einwanderungspolitik ihres Mannes zum Trotz. mit Louisa Adams gab es von 1825 bis 1829 allerdings schon einmal eine Präsidentengattin, die nicht in den USA geboren worden war: Als Tochter eines Konsuls und einer englischen Mutter kam Adams in London auf die Welt.

Im Bild: Hier fiel die Wahl wieder auf Hervé Pierre.

Reuters

Die ersten Schritte ihrer eigenen Amtszeit gestalteten sich für Melania Trump holprig, speziell im Mode-Bereich. Während sich Designer aus allen Himmelsrichtung um ihre Vorgängerin rissen, wurde Trump boykottiert - aus politischen Gründen.

Im Bild: In einem roten Dior-Kostüm stach Trump im Juli neben der französischen First Lady hervor.

Reuters

Die in New York lebende französische Designerin Sophie Theallet, zu deren Kundinnen auch Michelle Obama zählt, verkündete bereits im November 2016 als erste ihren Boykott.

Im Bild: Ein Kleid des spanischen Labels Delpozo.

Reuters

"Die Rhetorik des Rassismus, Sexismus und der Fremdenfeindlichkeit, die vom Präsidentschaftswahlkampf ihres Mannes entfesselt wurde, ist mit den Werten, nach denen wir leben, nicht vereinbar", sagte sie zur Begründung.

Im Bild: Florales von Monique Lhuillier.

Reuters

Andere taten es Theallet gleich, unter anderen Marc Jacobs, Derek Lam, Phillip Lim und Christian Siriano. "Ich verwende meine Energie lieber darauf, jenen zu helfen, die die Opfer von Trump und seinen Anhängern sein werden", sagte Jacobs der Zeitschrift "Women's Wear Daily".

Im Bild: Rot steht ihr gut, hier in einer Ausführung von Alice Roi.

Reuters

Traditionell unterstützt die Modebranche mehrheitlich die Demokraten, und viele Firmen steckten Geld in den Wahlkampf von Donald Trumps Gegnerin, Hillary Clinton.

Im Bild: Eine frühlingshafte A-Linie von Valentino.

Reuters

Das Thema war emotional aufgeladen. Als sich der italienische Modemacher Stefano Gabbana öffentlich darüber freute, dass Melania Trump zu Silvester ein schwarzes Kleid seines Labels Dolce & Gabbana trug, peitschte ihm in den sozialen Netzwerken ein Sturm der Kritik entgegen.

Im Bild: Glitzernde Danksagung an Dolce & Gabbana.

Reuters

Designer wie Carolina Herrera, Calvin Klein, Diane von Fürstenberg und Tommy Hilfiger schlugen einen anderen Ton an. Jeder sollte stolz sein, die neue First Lady und Trumps Tochter Ivanka einkleiden zu dürfen, sagte zum Beispiel Hilfiger, der ein Büro im Trump Tower in New York hat. 

Im Bild: Ein knalliger Auftritt in Polen mit einem Mantel von Diane Von Furstenberg.

Reuters

Ob Modemacher sie unterstützen oder boykottieren, für Melania Trump und ihre Kleiderwahl dürfte das keine große Rolle spielen. Bisher hat sie die meisten Outfits für ihre öffentlichen Auftritte selbst ausgewählt und eingekauft - im Internet.

Im Bild: Ein Kleid des spanischen Labels Delpozo.

Reuters

Eindeutig bevorzugt sie dabei europäische Mode. Ihr Look entspricht meist dem der wohlhabenden New Yorkerinnen: glatt, figurbetont und wenig individuell.

Im Bild: Die wilden 20er mit Michael Kors.

Reuters

Auf den italienischen Klassiker Dolce & Gabbana fiel die Kleiderwahl bei der Trump'schen Papst-Audienz im Mai.

Reuters

Während die Verschleierung im Vatikan nicht dem Protokoll entspricht, hätte man eine Kopfbedeckung in Saudi-Arabien erwartet.

Im Bild: Melania Trump nach der Landung ebenda in einem Jumpsuit von Stella Mccartney, starker Auftritt.

Reuters

Der Kontrast zu ihrer Vorgängerin Michelle Obama könnte jedenfalls nicht größer sein. Die einstige First Lady kombinierte Kleidung aus dem Einkaufszentrum mit Haute Couture, wählte bewusst Entwürfe wenig bekannter schwarzer Designer - und ihr Chic wirkte immer mühelos und ungezwungen.

Im Bild: In einer Kombination aus Herve Pierre und einem Mantel von Bottega Veneta.

Reuters

First Lady Trump griff in ihrem ersten Jahr auch immer wieder daneben. Mit diesem kleinkarierten Zweiteiler von Dior tat sie sich keinen gefallen. Wichtiger Stylingtipp: Kurze Culotte, flaches Schuhwerk.

Reuters

Hosen sind einfach nicht ihres. Auch der Angelina-Jolie-Look von Ralph Lauren Collection, den sie zu einem Besuch bei den kanadischen Trudeaus trug, kam nicht gut an. 

Reuters

Carolina Herreras rote Falten hätte sie anders kombinieren müssen. Die First Unterwäsche sollte nie sichtbar werden.

Reuters

Für den Staatsbesuch in China suchte sich Melania etwas Passendes aus dem Gucci-Sortiment - mit Pelzmanschetten in Pastellrosa.

Reuters

Kling, Ärmel, klingelingeling. Bei der Präsentation ihres ersten White-House-Winter-Wonderlands inszenierte sie sich als weißer Engel.

Reuters

Und hier haben wir abschließend das Outfit für die Silvesterparty in Palm Beach. Den Glitzerberg entwarf Erdem

Reuters

Ein Blick zurück

Die dritte Ehefrau Donald Trumps stammt aus Slowenien. 1970 geboren, ist sie 24 Jahre jünger als ihr Gatte.

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Melania, gebürtige Knauss, brach in ihrer Heimat in Ljubljana ein Studium ab (Architektur und Design) und zog, 1,80 Meter groß, als Model nach Mailand und Paris.

Reuters

Mit 17 wurde sie angeblich von Fotograf Helmut Newton entdeckt. 1996 wanderte sie in die USA aus.

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1998 lernte sie auf einer Party während der Fashion Week in New York Donald Trump kennen. 2005 wird geheiratet, teuer und glamourös in Palm Springs, sie in Dior.

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Das Ehepaar Trump hat ein gemeinsames Kind, den elfjährigen Barron.

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Der Umzug ins Weiße Haus brachte vermutlich auch einige Einschränkungen mit sich. Begleiter beschreiben Melanias Lebenswandel als sehr luxuriös. In New York lebte sie mit Blick über den Central Park an der 5th Avenue in einem 100-Millionen-Dollar-Penthouse. Als Vorbild galt Schloss Versailles. Da kann 1600 Pennsylvania Avenue in Washington nicht mithalten.

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Melania Trump spricht angeblich Italienisch, Französisch, Englisch und Deutsch. "Der stille Partner", schreibt die "New York Times" im September vergangenen Jahres über sie. Erst 2016 kam sie allmählich aus der Deckung und war im Wahlkampf häufig an Donalds Seite zu sehen.

Im Bild: v.l.n.r.: Donald Jr., Tiffany, Donald, Melania und Ivanka Trump.

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Dem Vernehmen nach hatten die Trumps kein Kindermädchen, Melania bezeichnet sich als Vollzeit-Mutter. Ihr Wunsch für Sohn Barron: "Ich will, dass es für ihn so normal wie möglich bleibt, aber ich unterstütze meinen Mann zu 100 Prozent."

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Was sagt Melania über ihren Mann? Aus einem Interview des Senders MSNBC: "Ich mag seinen unglaublichen Verstand, er ist sehr klug und charmant, und wir haben eine großartige Energie zwischen uns."

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Und die scharfe Kritik an den Positionen ihres Mannes? "Wir haben ein dickes Fell. Die Leute, die ihn kritisieren, hören ihm nicht gut genug zu." Sie sei fasziniert von seinem wunderbaren Charakter.

Im Bild: Eric Trump, Ivanka Trump und Melania Trump.

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Bei aller Loyalität - immer einverstanden sei sie mit "The Donald" aber nicht: "Ich sage ihm, wenn ich nicht mit ihm übereinstimme. Manchmal hört er zu. Manchmal aber auch nicht." Zu Anderson Cooper von CNN sagt sie: "Ich stehe fest mit beiden Beinen auf dem Boden. Das ist in einer Beziehung sehr wichtig." 

Reuters

Weiter: "Wir sind beide sehr unabhängig. Ich lasse ihn sein, wie er ist, und er lässt mich sein, wie ich bin. Ich versuche nicht, ihn zu ändern. Er ist erwachsen und kennt die Konsequenzen seines Verhaltens, daran rühre ich nicht. Ich sage ihm sehr, sehr oft meine Meinung."

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Melanias Vergangenheit gilt gemeinhin als skandalfrei. Da das Internet aber nichts vergisst, verbreiteten ihre Gegner eifrig frühe Fotos mit besonders spärlicher Bekleidung und gehässiger Bildzeile: "Melania Trump beim Sichern der Stimmen evangelikaler Christen".

Imago
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Mit hohem Absatz und mit eingeschränktem Sichtfeld (Hut von Philip Treacy) geht es vorsichtig die Treppen hinab zum letzten Termin der London Reise von US-Präsident Trump und der First Lady. In der südenglischen Hafenstadt Portsmouth fand der Auftakt der Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg statt. Einige Mitglieder der britischen Königsfamilie sowie 16 Staatsoberhäupter nahmen in Anwesenheit von über 300 Veteranen auf der Ehrentribüne Platz, um an den D-Day zu erinnern.

(c) REUTERS (Carlos Barria)

Zum Abschluss sehen wir Melania noch einmal in Weiß, noch einmal in einem Mantelkleid und noch einmal neben zwei hochrangigen Royals. Diesmal posiert die Queen und Prinz Charles mit dem Präsidentenehepaar, wenn auch etwas mit verzwickter Miene. Nächster Stopp der Familie Trump auf ihrer Europatour ist übrigens Irland, bevor es weiter nach Frankreich geht.

(c) Getty Images (Jeff J Mitchell)

Wir sehen rot für Melania: Und zwar in Form eines bodenlangen Cape-Kleides von Givenchy. Für das „Return Dinner“ im Winfield House, der Residenz des US-Botschafters in London, gab es also eine erneute Hommage an eine Dame des britischen Königshauses: Aus dem französischen Modehaus bzw. aus der Feder der britischen Designerin Clare Waight Keller stammt das Brautkleid (und viele andere Outfits) von Herzogin Meghan. Auch Präsident Donald Trump hatte wohl gerade eine Eingebung.

(c) Getty Images (Peter Summers)

„Bitte lächeln“: Prinz Charles und Herzogin Camilla sind an diesem Abend im Auftrag Ihrer Majestät unterwegs und stellen sich für das obligatorische Gruppenfoto mit dem Präsidentenehepaar vor historische Tapete. Während sich Melania dieses Mal in Knallfarbe nicht zurückhält, passt sich Camilla farblich ihrer Umgebung (Möbel, Lampen, Teppich) an. So sieht es also aus, wenn königliche Eleganz auf präsidialen Pomp trifft.

(c) REUTERS (POOL New)

Nach Queen Elizabeth II statteten Donald und Melania Trump der zweitwichtigsten Frau auf der britischen Insel einen Besuch ab. In der Downingstreet 10, dem Arbeitssitz der britischen Premierministerin, traf man sich zum Politik-Plausch mit Theresa May. Zumindest der Präsident, denn die First Lady absolvierte mit Mr. May einstweilen ein „Damenprogramm“: Ganz britisch wurde zu einer Gartenparty und Teestunde geladen, wie CNN zu berichten weiß.

(c) Getty Images (Dan Kitwood)

Ob hier jemand die Kleiderwahl von Herzogin Kate studiert hat? Denn Mantelkleider (Melania trägt ein beiges Modell von Celine) gehören zu den Lieblingskleidungsstücken von Prinz Williams Ehefrau. Nicht weniger royal die Accessoires: Henkeltasche (ohne die geht die Queen nicht aus dem Haus) von Hermès und Handschuhe (ohne die schüttelt die Queen keine Hände). Und: Melania hat den Celine-Trenchcoat bereits einmal getragen - ungewöhnlich für die Fist Lady, Usus für die Herzogin von Cambridge.

(c) Getty Images (Dan Kitwood)

In Reih und Glied: Bevor es anlässlich des Staatsbanketts zu Tisch ging, positionierten sich Donald Trump, die Queen, Melania Trump, Prinz Charles und Herzogin Camilla für ein Gruppenfoto. Auffällig: Die Damen entschieden sich einstimmig für helle Kreationen (die First Lady trägt Dior). Nur Schärpen und Diademe machten den kleinen, feinen royalen Unterschied. 16 Mitglieder der königlichen Familie nahmen übrigens an der (sehr langen) Tafel Platz, nur Prinz Harry und Herzogin Meghan, die über ihre Baby-Pause gerade wohl nicht froher sein könnte, ließen sich entschuldigen.

(c) Getty Images (WPA Pool)

Pomp und Ehre für Donald und Melania Trump: Der US-Präsident ist zum Staatsbesuch in Großbritannien gelandet – eine durchaus umstrittene Visite. Rauer Wind schlägt dem Präsidentenpaar bereits bei der Ankunft in London entgegen – wenn auch nur in Form einer steifen Brise. Melanias Körperhaltung passt sich den Umständen an und wirkt ebenfalls recht starr. Vielleicht zwickt auch nur ihr rot-blau-weißes (wie patriotisch) Blusen-Rock-Ensemble (Oberteil von Burberry) nach der langen Reise.

(c) Getty Images (Leon Neal)

An der Hand ihres Mannes und in Louboutin-Heels geht es mit Sichtschutz in Form von Haar und schwarzer Sonnenbrille über das Rollfeld.

Zu Mittag wird mit der Queen gespeist. Geplant sind auch ein Besuch der Westminster Abbey und ein Treffen mit Prinz Charles. Für den Abend ist ein Staatsbankett im Buckingham-Palast angesetzt, das Herzogin Meghan und Prinz Harry jedoch schwänzen werden. Verzichten muss der Präsident aus Furcht vor Protesten vermutlich auch auf eine traditionelle Kutschfahrt über die Prachtstraße "The Mall" - und wir hoffentlich auf modische Verfehlungen der First Lady.

(c) Getty Images (Leon Neal)

Standesgemäß landen Donald und Melania Trump mit dem präsidenteneigenen Helikopter „Marine One“ auf dem Rasen vor dem Buckingham Palast, wo die Queen zuletzt noch zu einer Gartenparty lud. Prinz Charles und Herzogin Camilla begeben sich gleichsam aufs Grün, um die Gäste zu begrüßen. Die First Lady gibt sich hutmäßig (von Hervé Pierre) noch ein wenig bedeckt, scheint sich mit der Herzogin von Cornwall jedoch zumindest farblich abgestimmt zu haben.

(c) REUTERS (Toby Melville)

Hand aufs Herz: Weißes Kleid (von Dolce & Gabbana), lange Ärmel, dunkler Taillengürtel und Schuhe, das haben wir doch schon einmal ganz ähnlich gesehen - und zwar an Herzogin Meghan beim Pferderennen in Ascot. Ob sich Queen Elizabeth II wohl das gleiche gedacht hat?

(c) REUTERS (Toby Melville)

Einen modischen Vorgeschmack auf die nächsten Tage gibt der Juli vergangenen Jahres, als Trump und seine Frau zu einem mehrtägigen Arbeitsbesuch nach Großbritannien kamen. Bei ihrem ersten Besuch letzten Sommer schien sich Melania Trump noch ein bisschen an Herzogin Meghan von Sussex orientiert zu haben.

Die Air Force One verließ sie an der Seite ihres Mannes, US-Präsident Donald Trump, in einem Etuikleid von Roland Mouret (der Designer lebt in London), das etwa 1100 Euro kostet.  Komplettiert wurde der Look mit einem dünnen roten Gürtel und Stilettos von Christian Louboutin.

(c) imago/PA Images (Matt Crossick)

Glamouröser ging es beim Staatsdinner im Blenheim Palace weiter. In dem gelben Kleid von J. Mendel hätte Melania Trump auch bei den Oscars eine gute Figur gemacht.

(c) REUTERS (KEVIN LAMARQUE)

Beim Besuch von Emmanuel Macron in den USA hatte sie sich noch ein Stilduell mit Brigitte Macron geliefert, Premierministerin Theresa May eignete sich dafür weniger. Die 61-Jährige wählte ein rotes Kleid von Amanda Wakeley, das sie schon beim Lord Mayor's Banquet im November 2016 trug.

(c) imago/i Images (Andrew Parsons / i-Images)

Auch Queen Elizabeth II gab Trump und seiner Frau die Ehre – und so ganz ohne Fauxpas ging es nicht zu. Zunächst ließen Trump und First Lady Melania die Queen mehrere Minuten im Innenhof des Windsor Castle warten. Auch für einen obligatorischen Knicks war man sich zu schade.

Auf diesem Bild ließ der US-Präsident der britischen Monarchin noch den Vortritt. Beim Abschreiten der Ehrengarde drehte er der Queen später weniger elegant den Rücken zu. Elegant war zumindest das crèmefarbene Kostüm der First Lady. Die Besuche von Trumps Vorgänger gingen hingegen - fast - alle reibungslos über die Bühne.

(c) Getty Images (WPA Pool)

Melania Trumps Look entspricht meist dem der wohlhabenden New Yorkerin: glatt, figurbetont und wenig individuell. So hat sich ihr Stil verändert:

Mit einer Verneigung vor Jacqueline Kennedy hat die modische Geschichte der 45. First Lady begonnen. Das frühere Fotomodel trug zur Amtseinführung ihres Ehemannes Ende Jänner 2017 ein hellblaues, bis zu den Knien reichendes Kaschmirkleid von Ralph Lauren mit einer gleichfarbigen Bolerojacke, deren Kragen sich hoch und eng um ihren Hals schloss.

 

Reuters

Das elegante Outfit wurde durch Samthandschuhe in der gleichen Farbe vervollständigt. Die Haare trug die gebürtige Slowenin entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten nicht offen, sondern hochgesteckt. Ihr Schmuck bestand aus diamantenen Ohrsteckern. Und das Outfit kam nicht von ungefähr.

Reuters

Melania Trump nannte 1999 die "sehr traditionellen" Hausherrinnen des Weißen Hauses Betty Ford und Jackie Kennedy als Vorbilder, sollte ihr Mann Donald jemals zum Präsidenten gewählt werden.

Im Bild: Designer Hervé Pierre hat Trumps Kleid für den Amtseinführungsball entworfen.

Reuters

Während Kennedy, First Lady von 1961 bis 1963, eher als Mode-Stilikone in Erinnerung geblieben ist, die gerne Pillbox-Hüte trug, das Weiße Haus renovieren ließ und nach der Ermordung von JFK später den griechischen Reeder Aristoteles Onassis ehelichte, vertrat Ford doch klare politische Positionen und setzte Zeichen im Kampf gegen Sozialprobleme.

Im Bild: Ein leuchtender Auftritt in Emilio Pucci.

Reuters

Nach dem unerwarteten Einzug ihres Mannes Gerald ins Weiße Haus infolge des Rücktritts Richard Nixons in der Watergate-Affäre propagierte sie das Recht auf Abtreibung. Nach einer Brustkrebs-OP engagierte sich Ford in der Krebsvorsorge. 1982 gründete sie nach eigener Abhängigkeit in jungen Jahren in Kalifornien die Drogen- und Alkoholentziehungsklinik Betty Ford Center.

Im Bild: Nude-Schösschen von Roland Mouret und die passenden Pumps von Louboutin.

Reuters

Als gebürtige Slowenin ist Melania Trump die erste Migrantin als First Lady - der scharfen Einwanderungspolitik ihres Mannes zum Trotz. mit Louisa Adams gab es von 1825 bis 1829 allerdings schon einmal eine Präsidentengattin, die nicht in den USA geboren worden war: Als Tochter eines Konsuls und einer englischen Mutter kam Adams in London auf die Welt.

Im Bild: Hier fiel die Wahl wieder auf Hervé Pierre.

Reuters

Die ersten Schritte ihrer eigenen Amtszeit gestalteten sich für Melania Trump holprig, speziell im Mode-Bereich. Während sich Designer aus allen Himmelsrichtung um ihre Vorgängerin rissen, wurde Trump boykottiert - aus politischen Gründen.

Im Bild: In einem roten Dior-Kostüm stach Trump im Juli neben der französischen First Lady hervor.

Reuters

Die in New York lebende französische Designerin Sophie Theallet, zu deren Kundinnen auch Michelle Obama zählt, verkündete bereits im November 2016 als erste ihren Boykott.

Im Bild: Ein Kleid des spanischen Labels Delpozo.

Reuters

"Die Rhetorik des Rassismus, Sexismus und der Fremdenfeindlichkeit, die vom Präsidentschaftswahlkampf ihres Mannes entfesselt wurde, ist mit den Werten, nach denen wir leben, nicht vereinbar", sagte sie zur Begründung.

Im Bild: Florales von Monique Lhuillier.

Reuters

Andere taten es Theallet gleich, unter anderen Marc Jacobs, Derek Lam, Phillip Lim und Christian Siriano. "Ich verwende meine Energie lieber darauf, jenen zu helfen, die die Opfer von Trump und seinen Anhängern sein werden", sagte Jacobs der Zeitschrift "Women's Wear Daily".

Im Bild: Rot steht ihr gut, hier in einer Ausführung von Alice Roi.

Reuters

Traditionell unterstützt die Modebranche mehrheitlich die Demokraten, und viele Firmen steckten Geld in den Wahlkampf von Donald Trumps Gegnerin, Hillary Clinton.

Im Bild: Eine frühlingshafte A-Linie von Valentino.

Reuters

Das Thema war emotional aufgeladen. Als sich der italienische Modemacher Stefano Gabbana öffentlich darüber freute, dass Melania Trump zu Silvester ein schwarzes Kleid seines Labels Dolce & Gabbana trug, peitschte ihm in den sozialen Netzwerken ein Sturm der Kritik entgegen.

Im Bild: Glitzernde Danksagung an Dolce & Gabbana.

Reuters

Designer wie Carolina Herrera, Calvin Klein, Diane von Fürstenberg und Tommy Hilfiger schlugen einen anderen Ton an. Jeder sollte stolz sein, die neue First Lady und Trumps Tochter Ivanka einkleiden zu dürfen, sagte zum Beispiel Hilfiger, der ein Büro im Trump Tower in New York hat. 

Im Bild: Ein knalliger Auftritt in Polen mit einem Mantel von Diane Von Furstenberg.

Reuters

Ob Modemacher sie unterstützen oder boykottieren, für Melania Trump und ihre Kleiderwahl dürfte das keine große Rolle spielen. Bisher hat sie die meisten Outfits für ihre öffentlichen Auftritte selbst ausgewählt und eingekauft - im Internet.

Im Bild: Ein Kleid des spanischen Labels Delpozo.

Reuters

Eindeutig bevorzugt sie dabei europäische Mode. Ihr Look entspricht meist dem der wohlhabenden New Yorkerinnen: glatt, figurbetont und wenig individuell.

Im Bild: Die wilden 20er mit Michael Kors.

Reuters

Auf den italienischen Klassiker Dolce & Gabbana fiel die Kleiderwahl bei der Trump'schen Papst-Audienz im Mai.

Reuters

Während die Verschleierung im Vatikan nicht dem Protokoll entspricht, hätte man eine Kopfbedeckung in Saudi-Arabien erwartet.

Im Bild: Melania Trump nach der Landung ebenda in einem Jumpsuit von Stella Mccartney, starker Auftritt.

Reuters

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