Die Ich-Pleite: Bürosessel

Vierzig Prozent der Österreicher/innen über 20 leiden unter Rückenschmerzen.

(c) Carolina Frank

Ich weiß nicht, was meine Rückenschmerzkumpel machen, aber ich mache jeden Tag die Übungen, die mir die Physiotherapeutin gezeigt hat. Zumindest fast jeden. Okay, wenn ich Zeit habe und gerade dran denke. Aber ich habe mir einen Bürosessel bestellt. Das war nicht einfach. Denn die meisten Bürosesselanbieter scheinen sich zu sagen: Alles, was ein Bürosessel schöner ist als ein Rollator, ist ein Luxus. Im Internet habe ich dann einen gefunden. Wieder ein Beweis, dass es Gott geben muss. Denn für die Ökosünde hat er sich postwendend an mir gerächt. Die Bürosesselfirma schreibt Anfang Dezember: Lieferzeit ist sechs bis acht Wochen. Pünktlich nach sechs Wochen schickt sie ein E-Mail: Sessel ist zu mir unterwegs. Mit dem unten stehenden Link kann ich seine Reise mitverfolgen.

Das ist praktisch. Dadurch weiß ich nämlich, dass der Sessel zuerst zügig vorangekommen ist. Nach nur vier Tagen ist er von GB nach Leobendorf/NÖ gereist. Aber da ist er dann leider hängen geblieben. Laut Sendungsnachverfolgungs-Link stimmt die Adresse am Lieferschein nicht. Ich würde dem Link gern sagen, dass die Adresse vollkommen richtig ist. Aber DPD will nur per E-Mail mit mir sprechen. Und auch nur dann, wenn ich eine Paketnummer vorweisen kann. Kann ich aber nicht. Also bitte ich die Bürosesselfirma, mir die Paketnummer zu schicken, damit ich sie an DPD weiterschicken kann. Aber die Welt wäre ein friedlicherer Ort, wenn es so leicht wäre. Zwei Tage später schreibt die Bürosesselfirma, dass mein Bürosessel wieder auf dem Rückweg nach GB sei. „Ällabätsch“ haben sie nicht ausdrücklich geschrieben. Aber ich habe es auch so verstanden.

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