Stilreport: Melania Trumps London-Looks

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Nachdem Melania Trump eben erst modisch für einen Shitstorm gesorgt hat, sind auch beim Staatsbesuch in Großbritannien alle Augen auf die Fashion-Entscheidungen der First Lady.

Ein bisschen an Herzogin Meghan von Sussex scheint sich Melania Trump orientiert zu haben. Die Air Force One verließ sie an der Seite ihres Mannes, US-Präsident Donald Trump, in einem Etuikleid von Roland Mouret (der Designer lebt in London), das etwa 1100 Euro kostet.  Komplettiert wurde der Look mit einem dünnen roten Gürtel und Stilettos von Christian Louboutin.

(c) imago/PA Images (Matt Crossick)
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Glamouröser ging es beim Staatsdinner im Blenheim Palace weiter. In dem gelben Kleid von J. Mendel hätte Melania Trump auch bei den Oscars eine gute Figur gemacht.

(c) REUTERS (KEVIN LAMARQUE)
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Beim Besuch von Emmanuel Macron in den USA hatte sie sich noch ein Stilduell mit Brigitte Macron geliefert, Premierministerin Theresa May eignete sich dafür weniger. Die 61-Järhige wählte ein rotes Kleid von Amanda Wakeley, das sie schon beim Lord Mayor's Banquet im November 2016 trug.

(c) imago/i Images (Andrew Parsons / i-Images)
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Melania Trumps Look entspricht meist dem der wohlhabenden New Yorkerin: glatt, figurbetont und wenig individuell. So hat sich ihr Stil verändert:

Mit einer Verneigung vor Jacqueline Kennedy hat die modische Geschichte der 45. First Lady begonnen. Das frühere Fotomodel trug zur Amtseinführung ihres Ehemannes Ende Jänner 2017 ein hellblaues, bis zu den Knien reichendes Kaschmirkleid von Ralph Lauren mit einer gleichfarbigen Bolerojacke, deren Kragen sich hoch und eng um ihren Hals schloss.

 

Reuters
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Das elegante Outfit wurde durch Samthandschuhe in der gleichen Farbe vervollständigt. Die Haare trug die gebürtige Slowenin entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten nicht offen, sondern hochgesteckt. Ihr Schmuck bestand aus diamantenen Ohrsteckern. Und das Outfit kam nicht von ungefähr.

Reuters
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Melania Trump nannte 1999 die "sehr traditionellen" Hausherrinnen des Weißen Hauses Betty Ford und Jackie Kennedy als Vorbilder, sollte ihr Mann Donald jemals zum Präsidenten gewählt werden.

Im Bild: Designer Hervé Pierre hat Trumps Kleid für den Amtseinführungsball entworfen.

Reuters
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Während Kennedy, First Lady von 1961 bis 1963, eher als Mode-Stilikone in Erinnerung geblieben ist, die gerne Pillbox-Hüte trug, das Weiße Haus renovieren ließ und nach der Ermordung von JFK später den griechischen Reeder Aristoteles Onassis ehelichte, vertrat Ford doch klare politische Positionen und setzte Zeichen im Kampf gegen Sozialprobleme.

Im Bild: Ein leuchtender Auftritt in Emilio Pucci.

Reuters
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Nach dem unerwarteten Einzug ihres Mannes Gerald ins Weiße Haus infolge des Rücktritts Richard Nixons in der Watergate-Affäre propagierte sie das Recht auf Abtreibung. Nach einer Brustkrebs-OP engagierte sich Ford in der Krebsvorsorge. 1982 gründete sie nach eigener Abhängigkeit in jungen Jahren in Kalifornien die Drogen- und Alkoholentziehungsklinik Betty Ford Center.

Im Bild: Nude-Schösschen von Roland Mouret und die passenden Pumps von Louboutin.

Reuters
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Als gebürtige Slowenin ist Melania Trump die erste Migrantin als First Lady - der scharfen Einwanderungspolitik ihres Mannes zum Trotz. mit Louisa Adams gab es von 1825 bis 1829 allerdings schon einmal eine Präsidentengattin, die nicht in den USA geboren worden war: Als Tochter eines Konsuls und einer englischen Mutter kam Adams in London auf die Welt.

Im Bild: Hier fiel die Wahl wieder auf Hervé Pierre.

Reuters
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Die ersten Schritte ihrer eigenen Amtszeit gestalteten sich für Melania Trump holprig, speziell im Mode-Bereich. Während sich Designer aus allen Himmelsrichtung um ihre Vorgängerin rissen, wurde Trump boykottiert - aus politischen Gründen.

Im Bild: In einem roten Dior-Kostüm stach Trump im Juli neben der französischen First Lady hervor.

Reuters
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Die in New York lebende französische Designerin Sophie Theallet, zu deren Kundinnen auch Michelle Obama zählt, verkündete bereits im November 2016 als erste ihren Boykott.

Im Bild: Ein Kleid des spanischen Labels Delpozo.

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"Die Rhetorik des Rassismus, Sexismus und der Fremdenfeindlichkeit, die vom Präsidentschaftswahlkampf ihres Mannes entfesselt wurde, ist mit den Werten, nach denen wir leben, nicht vereinbar", sagte sie zur Begründung.

Im Bild: Florales von Monique Lhuillier.

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Andere taten es Theallet gleich, unter anderen Marc Jacobs, Derek Lam, Phillip Lim und Christian Siriano. "Ich verwende meine Energie lieber darauf, jenen zu helfen, die die Opfer von Trump und seinen Anhängern sein werden", sagte Jacobs der Zeitschrift "Women's Wear Daily".

Im Bild: Rot steht ihr gut, hier in einer Ausführung von Alice Roi.

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Traditionell unterstützt die Modebranche mehrheitlich die Demokraten, und viele Firmen steckten Geld in den Wahlkampf von Donald Trumps Gegnerin, Hillary Clinton.

Im Bild: Eine frühlingshafte A-Linie von Valentino.

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Das Thema war emotional aufgeladen. Als sich der italienische Modemacher Stefano Gabbana öffentlich darüber freute, dass Melania Trump zu Silvester ein schwarzes Kleid seines Labels Dolce & Gabbana trug, peitschte ihm in den sozialen Netzwerken ein Sturm der Kritik entgegen.

Im Bild: Glitzernde Danksagung an Dolce & Gabbana.

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Designer wie Carolina Herrera, Calvin Klein, Diane von Fürstenberg und Tommy Hilfiger schlugen einen anderen Ton an. Jeder sollte stolz sein, die neue First Lady und Trumps Tochter Ivanka einkleiden zu dürfen, sagte zum Beispiel Hilfiger, der ein Büro im Trump Tower in New York hat. 

Im Bild: Ein knalliger Auftritt in Polen mit einem Mantel von Diane Von Furstenberg.

Reuters
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Ob Modemacher sie unterstützen oder boykottieren, für Melania Trump und ihre Kleiderwahl dürfte das keine große Rolle spielen. Bisher hat sie die meisten Outfits für ihre öffentlichen Auftritte selbst ausgewählt und eingekauft - im Internet.

Im Bild: Ein Kleid des spanischen Labels Delpozo.

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Eindeutig bevorzugt sie dabei europäische Mode. Ihr Look entspricht meist dem der wohlhabenden New Yorkerinnen: glatt, figurbetont und wenig individuell.

Im Bild: Die wilden 20er mit Michael Kors.

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Auf den italienischen Klassiker Dolce & Gabbana fiel die Kleiderwahl bei der Trump'schen Papst-Audienz im Mai.

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Während die Verschleierung im Vatikan nicht dem Protokoll entspricht, hätte man eine Kopfbedeckung in Saudi-Arabien erwartet.

Im Bild: Melania Trump nach der Landung ebenda in einem Jumpsuit von Stella Mccartney, starker Auftritt.

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Der Kontrast zu ihrer Vorgängerin Michelle Obama könnte jedenfalls nicht größer sein. Die einstige First Lady kombinierte Kleidung aus dem Einkaufszentrum mit Haute Couture, wählte bewusst Entwürfe wenig bekannter schwarzer Designer - und ihr Chic wirkte immer mühelos und ungezwungen.

Im Bild: In einer Kombination aus Herve Pierre und einem Mantel von Bottega Veneta.

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First Lady Trump griff in ihrem ersten Jahr auch immer wieder daneben. Mit diesem kleinkarierten Zweiteiler von Dior tat sie sich keinen gefallen. Wichtiger Stylingtipp: Kurze Culotte, flaches Schuhwerk.

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Hosen sind einfach nicht ihres. Auch der Angelina-Jolie-Look von Ralph Lauren Collection, den sie zu einem Besuch bei den kanadischen Trudeaus trug, kam nicht gut an. 

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Carolina Herreras rote Falten hätte sie anders kombinieren müssen. Die First Unterwäsche sollte nie sichtbar werden.

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Für den Staatsbesuch in China suchte sich Melania etwas Passendes aus dem Gucci-Sortiment - mit Pelzmanschetten in Pastellrosa.

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Kling, Ärmel, klingelingeling. Bei der Präsentation ihres ersten White-House-Winter-Wonderlands inszenierte sie sich als weißer Engel.

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Und hier haben wir abschließend das Outfit für die Silvesterparty in Palm Beach. Den Glitzerberg entwarf Erdem

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Ein Blick zurück

Die dritte Ehefrau Donald Trumps stammt aus Slowenien. 1970 geboren, ist sie 24 Jahre jünger als ihr Gatte.

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Melania, gebürtige Knauss, brach in ihrer Heimat in Ljubljana ein Studium ab (Architektur und Design) und zog, 1,80 Meter groß, als Model nach Mailand und Paris.

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Mit 17 wurde sie angeblich von Fotograf Helmut Newton entdeckt. 1996 wanderte sie in die USA aus.

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1998 lernte sie auf einer Party während der Fashion Week in New York Donald Trump kennen. 2005 wird geheiratet, teuer und glamourös in Palm Springs, sie in Dior.

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Das Ehepaar Trump hat ein gemeinsames Kind, den elfjährigen Barron.

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Der Umzug ins Weiße Haus brachte vermutlich auch einige Einschränkungen mit sich. Begleiter beschreiben Melanias Lebenswandel als sehr luxuriös. In New York lebte sie mit Blick über den Central Park an der 5th Avenue in einem 100-Millionen-Dollar-Penthouse. Als Vorbild galt Schloss Versailles. Da kann 1600 Pennsylvania Avenue in Washington nicht mithalten.

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Melania Trump spricht angeblich Italienisch, Französisch, Englisch und Deutsch. "Der stille Partner", schreibt die "New York Times" im September vergangenen Jahres über sie. Erst 2016 kam sie allmählich aus der Deckung und war im Wahlkampf häufig an Donalds Seite zu sehen.

Im Bild: v.l.n.r.: Donald Jr., Tiffany, Donald, Melania und Ivanka Trump.

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Dem Vernehmen nach hatten die Trumps kein Kindermädchen, Melania bezeichnet sich als Vollzeit-Mutter. Ihr Wunsch für Sohn Barron: "Ich will, dass es für ihn so normal wie möglich bleibt, aber ich unterstütze meinen Mann zu 100 Prozent."

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Was sagt Melania über ihren Mann? Aus einem Interview des Senders MSNBC: "Ich mag seinen unglaublichen Verstand, er ist sehr klug und charmant, und wir haben eine großartige Energie zwischen uns."

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Und die scharfe Kritik an den Positionen ihres Mannes? "Wir haben ein dickes Fell. Die Leute, die ihn kritisieren, hören ihm nicht gut genug zu." Sie sei fasziniert von seinem wunderbaren Charakter.

Im Bild: Eric Trump, Ivanka Trump und Melania Trump.

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Bei aller Loyalität - immer einverstanden sei sie mit "The Donald" aber nicht: "Ich sage ihm, wenn ich nicht mit ihm übereinstimme. Manchmal hört er zu. Manchmal aber auch nicht." Zu Anderson Cooper von CNN sagt sie: "Ich stehe fest mit beiden Beinen auf dem Boden. Das ist in einer Beziehung sehr wichtig." 

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Weiter: "Wir sind beide sehr unabhängig. Ich lasse ihn sein, wie er ist, und er lässt mich sein, wie ich bin. Ich versuche nicht, ihn zu ändern. Er ist erwachsen und kennt die Konsequenzen seines Verhaltens, daran rühre ich nicht. Ich sage ihm sehr, sehr oft meine Meinung."

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Melanias Vergangenheit gilt gemeinhin als skandalfrei. Da das Internet aber nichts vergisst, verbreiteten ihre Gegner eifrig frühe Fotos mit besonders spärlicher Bekleidung und gehässiger Bildzeile: "Melania Trump beim Sichern der Stimmen evangelikaler Christen".

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