Laco: Neue Fliegeruhren, die alt aussehen

„Erbstück Wien" und „Erbstück Graz" heißen die neuen Modelle der Marke Laco, die alles andere als neu aussehen: Man hat die Fliegeruhren künstlich altern lassen.

Patina. Deutsche Fliegeruhr mit öster­reichi­schem Namen: „Erbstück Wien“ besitzt ein vollständig nachleuchtendes Zifferblatt nach Baumuster B.
Patina. Deutsche Fliegeruhr mit öster­reichi­schem Namen: „Erbstück Wien“ besitzt ein vollständig nachleuchtendes Zifferblatt nach Baumuster B.
Patina. Deutsche Fliegeruhr mit öster­reichi­schem Namen: „Erbstück Wien“ besitzt ein vollständig nachleuchtendes Zifferblatt nach Baumuster B. – (c) Beigestellt

Mit der Zeit gehende Nostalgiker werden die Augenbrauen hochziehen. Das Besondere und ebenso Ungewöhnliche an den neuen Fliegeruhren der deutschen Marke Laco besteht einerseits in ihrer gelungenen „künstliche Alterung", anderseits in ihrer Benennung nach zwei österreichischen Städten: „Erbstück Wien" und „Erbstück Graz" sind zwei 42 Millimeter große Edelstahlmodelle mit neuem, komplett mit Leuchtmasse beschichtetem Zifferblatt nach „Baumuster B". Bei dieser Art, die Uhren zu gestalten, leitet sich die Grundidee von Militärfliegeruhren der 1940er-Jahre ab. Am Zifferblattrand sind große Minutenzahlen zu sehen, während die Stunden einem kleinen Kreis nahe dem Zentrum folgen.

Grenzgang. Wer das Baumuster A mit großen Stundenzahlen bevorzugt, muss die Grenze nach Italien überschreiten und findet das ­Modell „Erbstück Venedig“.
Grenzgang. Wer das Baumuster A mit großen Stundenzahlen bevorzugt, muss die Grenze nach Italien überschreiten und findet das ­Modell „Erbstück Venedig“.
Grenzgang. Wer das Baumuster A mit großen Stundenzahlen bevorzugt, muss die Grenze nach Italien überschreiten und findet das ­Modell „Erbstück Venedig“. – (c) Beigestellt

Laco bearbeitet die Uhren in Handarbeit, um sie künstlich altern zu lassen: Den Gehäusen werden mit Werkzeugen Kratzer und Kerben zugefügt, bevor sie, ebenso wie Zifferblätter, Zeiger und Kronen, durch chemische und thermische Verfahren ihre unregelmäßige, individuelle Patina erhalten. Dadurch entsteht der Eindruck, es handle sich um historische Uhren, die der Träger von Verwandten oder Bekannten vererbt bekam. Die „Erbstück Wien" wird vom Automatikkaliber Eta 2824 angetrieben, während das optisch gleiche Modell „Erbstück Graz" seine Energie vom Handaufzugskaliber Eta 2801 erhält. Beide Uhren kosten 1950 Euro. Zum gleichen Preis gibt es die italienisch benannten Modelle „Erbstück Venedig" und „Erbstück Florenz" mit Zifferblatt nach „Baumuster A", also mit herkömmlichen Stundenzahlen am Zifferblattrand.

Laco blickt auf eine lange Tradition beim Bau von Fliegeruhren zurück: Im Zweiten Weltkrieg gehörte das Pforzheimer Unternehmen neben A. Lange & Söhne, Stowa, Wempe und IWC zu jenen Herstellern, die militärische Pilotenuhren nach genauen technischen und gestalterischen Spezifikationen an die deutsche Luftwaffe lieferten. Heute ist Laco die einzige Marke, die noch eine historisch korrekte Militärfliegeruhr im eindrucksvollen Originalformat von 55 Millimetern im Programm hat. Der Name „Erbstück" hat also seine Berechtigung – und Zukunft.

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