Verbesserte Messtechnik für Ultraschall

Forscher der Uni Linz konnten Fehler beseitigen.

Ein kleines Stück näher an die Bildqualität, an die Wiedergabe bei Ultraschalluntersuchungen bei schwangeren Frauen – aber ein wichtiger kleiner Schritt: An der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) wurde ein Algorithmus entwickelt, der die Messtechnik für Ultraschallsignale deutlich verbessert.

Im Untersuchungsverfahren während der Schwangerschaft werden mit Hilfe einer Sonde Schallwellen ausgesendet, die von verschiedenen Gewebearten im Körper unterschiedlich reflektiert werden. Die zurückgeworfenen Ultraschallwellen rekonstruieren die Strukturen im Mutterleib und werden auf einem Monitor aufgezeichnet.

 

Deutliche Kontrastbilder

Am JKU-Institut für Signalverarbeitung hat ein Team um Institutsvorstand Mario Huemer die auftretende Ungenauigkeiten bei Ultraschallverfahren analysiert. Um die abgestrahlte Stärke des Ultraschalls richtig einzustellen, werden die Druckwellen in einem Wasserbecken mit Hydrophonen bemessen. Diese wandeln den Schalldruck in eine elektrische Spannung um, verfälschen allerdings die empfangenen Signale.

Die Wissenschaftler haben nun einen Algorithmus entwickelt, der die Störungen nahezu gänzlich entfernt. „Wir konnten den Kontrast deutlicher machen und damit feinere Details erkennen“, sagt Oliver Lang vom Forschungsteam. Dabei ging es auch um die Verbesserung der jährlichen Kalibration eines Hydrophons.

Das Institut für Signalverarbeitung hat das Verfahren in Kooperation mit dem medizintechnischen Anbieter GE Healthcare entwickelt. Das Verfahren sei produktionsreif, sagt Lang, jetzt werde noch das Genehmigungsverfahren abgewartet. Mit dem künftigen Messsystem können Bilder mit hoher Eindringtiefe und besserer Kontrastauflösung geliefert werden. (ewi)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2016)

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