Stephen Hawkings letztes Paper veröffentlicht

Kollegen stellten die Arbeit online, die wenige Tage vor Hawkings Tod im März fertig gestellt wurde. Sie zeigt, wie Informationen aus Schwarzen Löchern erhalten werden können.

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APA/AFP/ANDREW COWIE

Physiker haben die letzte Arbeit des Astrophysikers Stephen Hawking veröffentlicht. Hawking, der 1988 mit seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit" weit über Wissenschaftskreise hinaus Bekanntheit erlangte, war im März gestorben. Das Paper, das Kollegen von den Universitäten Cambridge und Harvard nun online stellten, beschäftigt sich mit dem "Informationsparadoxon". Die Arbeit war wenige Tage vor Hawkings Tod fertig gestellt worden. Das Informationsparadoxon sei über 40 Jahre lang im Zentrum von Hawkings Leben gestanden, zitiert der "Guardian" Malcom Perry, Professor für theoretische Physik in Cambridge und ein Co-Autor des Papers.

Im Jahr 1915 veröffentlichte Albert Einstein seine allgemeine Relativitätstheorie. Einsteins Theorie machte wichtige Vorhersagen über Schwarze Löcher, besonders eine: dass ein Schwarzes Loch vollständig über nur drei Merkmale definiert werden kann - seine Masse, seine Ladung und seine Rotation.

Fast 60 Jahre später ergänzte Hawking dieses Bild. Er argumentierte, dass Schwarze Löcher auch eine Temperatur haben. Und weil heiße Objekte Wärme in den Weltraum abgeben wäre es das Schicksal eines Schwarzen Loches, so lange zu verdampfen, bis es verschwunden ist. Das wirft ein Problem auf: Den Regeln der Quantenwelt zufolge gehen Informationen niemals verloren. Was also passiert mit all den Informationen, die in einem Objekt enthalten sind, wenn es in ein Schwarzes Loch stürzt?

"Die Schwierigkeit ist, dass wenn man etwas in ein Schwarzes Loch wirft, es aussieht, als ob es verschwindet", sagt Perry. "Wie können die Informationen in diesem Objekt jemals wiederhergestellt werden, wenn das Schwarze Loch selbst verschwindet?"

In seinem letzten Paper ("Black Hole Entropy and Soft Hair"), das nun online gestellt wurde, zeigen Hawking und seine Kollegen wie zumindest einige der Informationen erhalten werden können.

Stephen Hawking wurde 76 Jahre alt. Das gilt als ein Wunder: 1963 diagnostizierten Ärzte bei ihm Amyotrophe Lateralsklerose, eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Seine Lebenserwartung wurde auf wenige Jahre geschätzt, bald verlor er die Fähigkeit, zu sprechen. Hawking war fast 50 Jahre seines Lebens an den Rollstuhl gefesselt. Mit seinen Augenmuskeln steuerte einen Sprachsynthesizer und kommunizierte so mit der Welt.

>>> Link zum Paper

>>> zum Bericht im "Guardian"

(bin)

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