Schädel eines Vormenschen in Äthiopien gefunden

Australopithecus anamensis lebte vor 3,8 Millionen Jahren.

Ein Schädel namens MRD.
Ein Schädel namens MRD.
Ein Schädel namens MRD. – Dale Omori and Liz Russell

Auf dem evolutionären Weg vom letzten gemeinsamen Ahnen von Schimpanse und Mensch (vor sechs bis sieben Millionen Jahren) und dem heutigen Menschen liegt auch ein Vormensch namens Australopithecus anamensis. Bisher hatte man von dieser Art nur Fragmente von Kiefer-, Arm- und Beinknochen, nun ist ein fast kompletter, 3,8 Millionen Jahre alter Schädel dazugekommen. Gefunden wurde er in Äthiopien.

In Nature (28. 8.) befinden Forscher um Yohannes Haile-Selassie (Cleveland), dass der Schädel dafür spreche, dass sich der A. anamensis stärker von einer anderen Art der Gattung Australopithecus, A. afarensis, unterscheide, als man bisher gedacht hat. Die beiden Arten sollen 100.000 Jahre nebeneinander in Afrika gelebt haben.

Ein 1974 gefundenes Skelett von A. afarensis wurde als Lucy (nach einem Beatles-Song) berühmt, der neue Kopf, der vermutlich einst zu einem männlichen Individuum gehörte, wird prosaischer MRD (nach der ihm zugeschriebenen Katalognummer) genannt. Aus welcher Australopithecus-Art sich die Gattung Homo, zu der wir gehören, entwickelt hat, ist weiter offen. (tk)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.08.2019)

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