Geht Gastein baden?

Verkitscht, verschleudert, verschandelt: Die Bauwerke Gerhard Garstenauers in Bad Gastein werden sträflich vernachlässigt. Ein Appell zu Erhalt und Revitalisierung.

Neue Töne aus Bad Gastein: „Die Architektur stört uns nicht, ganz im Gegenteil.“ So sprach Bürgermeister Gerald Steinbauer vergangenen Oktober über das Kongresszentrum. Das Symposium „Moderne zwei 1948–1984“ zur Baukultur der Nachkriegszeit würdigte das von Architekt Gerhard Garstenauer 1968/1974 ins Zentrum des einst mondänen Weltkulturorts gepflanzte Gebäude. Am Kongresszentrum schieden sich die Geister. Teuer errichtet vom Baulöwen Porr, erhielt es ein Betonklotz-Image am Bein der finanziell schwächelnden Stadt, die es in der Folgeverkommen ließ. Vor wenigen Jahren wurde das Kongresszentrum zum „Schleuderpreis“,so Landeshauptmannstellvertreter Wilfried Haslauer, an Franz Duval und Franz Wojnarowski verkauft. Das Wiener Investoren-Duo lässt seit Jahren seine insgesamt fünf Immobilien in Bad Gastein leer stehen, statt die angekündigten Revitalisierungen zu starten, und ließ sogar den öffentlichen Platz vor dem Kongresshaus absperren. Spekulanten sind sie nicht nur für Bürgermeister Steinbauer, der den Kauf rückabwickeln will. Duval und Wojnarowski schlagen aber immer wieder Kaufangebote aus, obwohl der mehrfache Betrag ihres Kaufpreises geboten wurde. Bad Gasteins Zentrum befindet sich in lähmender Geiselhaft.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.02.2009)

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