Blinde Flecken

„Multikonfessionelles Österreich“: Karl Vocelkas Überblickswerk zu den etablierten und neuen Religionsgemeinschaften in Österreich hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck – sehr bemüht, doch ungenau, veraltet und ideologisch gefärbt.

Die österreichische Religionslandschaft ist einer starken Dynamik unterworfen und aufgrund von Globalisierung und Migrationen vielfältiger geworden. Von daher greift man als Interessierter gerne zu einem aktuellen Überblickswerk zu den etablierten und neuen Religionsgemeinschaften in Österreich. Der Anspruch, eine solche wissenschaftliche Übersicht zur religiösen Diversität heute als einzelner Forscher vorzulegen, ist kühn. Er setzt voraus, dass man die spezielle historische, empirische und systematische Forschung zu den vielen einzelnen Religionen und ihren internen Richtungen beziehungweise Konfessionen bündelt und auf dem aktuellen Stand darstellt. Es erhebt sich die Frage, ob ein einzelner Gelehrter dieser Aufgabe gerecht werden kann – nach der Lektüre von Karl Vocelkas Buch wird man sie skeptisch beantworten.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.11.2013)

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