Im 13., im falschen Monat

Rätselhaft und schön – so sind Bruno Schulz' Erzählungen „Die Zimtläden“. Nun kommt zur Neuübersetzung dieses Bandes eine Biografie über den 1942 ermordeten polnischen Dichter dazu.

Die 15 Erzählungen, die in dem Band „Die Zimtläden“ versammelt sind, sind in ihrer Eigenart so rätselhaft und schön, dass man sich beim Lesen eine Weile einfach nur wundern kann: Alles, jedes Ding, jede Beobachtung des Erzählers, jedes von einer Figur gesprochene Wort scheint in Bewegung, wird noch im selben Satz zu etwas anderem, verwandelt sich. Es ist, als ob sich hier jemand auf den Weg machte, nur um in Erfahrung zu bringen, dass dieser Weg von jeher aus lauter Verzweigungen besteht: unzählige Membrane, die auf jede kleine Regung reagieren und die Welt in ihrer un-
erschöpflichen Lebendigkeit erfassen, ohne sich je ganz beruhigen zu können.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.06.2008)

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