Wie ein Vogel in der Falle

Migration, Emigration, Immigration: Darum kreisen Luiz Ruffatos Romane. Im jüngsten wandert ein junger Brasilianer nach Portugal aus. Dort versucht er den Alltag zu „normalisieren“: „Ich war in Lissabon und dachte an dich“. Ein Leben als Überleben.

In Brasilien gewinnt stets der besser Motorisierte.“ Diese Aussage, harmlosund fast banal, stammt von jemandem, der nicht auf der Gewinnerseite steht. Sein Name: Sergio (unter Freunden auch Serginho). In der Tat ist in Brasilien das Automobil, spätestens seit der industriellen Invasion der Multinationalen in den 1950ern, zu einem Statussymbol geworden – und wieder lässt eine heiratswillige Frau den sympathischen Arbeiter aus Cataguases, aus dem Bundestaat Minas Gerais, dafür sitzen: Der Besitzer eines blauen 125er war attraktiver für sie. Seitdem läuft alles schief für Serginho,der kurzerhand beschließt, nach Portugal zu emigrieren. Sein Bericht: „Ich war in Lissabon und dachte an dich“.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2016)

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