Vom Umgang mit Röcken und Vibratoren

„Hana“: Elvira Dones' Geschichte einer Frau, die 14 Jahre als Mann lebt und sich „resozialisiert“. Eine großartige, mutige soziale Studie.

Der Inhalt von Elvira Dones' Roman „Hana“ ist leicht erzählt: Kaum 19 Jahre alt, schwört die im Norden Albaniens lebende Hana ewige Jungfräulichkeit. Dabei folgt sie, weil sie eine von ihrem Onkel vorgesehene Ehe nicht eingehen will, einem alten albanischen Brauch, der sich „Kanun“ nennt. Diesem zufolge dürfen Frauen, die sich nicht von einem Mann abhängig machen wollen, selbst den sozialen Status eines Mannes annehmen. Für Hana, die ihren krebskranken Onkel – ihren letzten Verwandten – pflegt, scheint dieser Schwur der einzige Ausweg aus einer korrupten und brutalen Männerwelt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.12.2016)

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