Ödipus in Polen

In Bruno Schulz' Erzählungen „Das Sanatorium zur Sanduhr“ ist die Welt am Zerbrechen. Eine Welt des allgegenwärtigen Verwandelns und täuschenden Anscheins. Entstanden in den 1920er- und 1930er-Jahren. Eine Wiederentdeckung.

Im Übrigen wird der Leser, der richtige Leser, auf den unsere Geschichte zählt, es ohnehin verstehen, wenn ich ihm tief in die Augen blicke und auf deren tiefstem Grund diesen Glanz funkeln lasse. Er wird die Augen schließen vor Entzücken über diese tiefe Empfindung. Denn halten wir uns nicht alle insgeheim unter dem Tisch, der uns trennt, bei den Händen?“ Der Leser, „der richtige Leser“ wird „Das Buch“ schon verstehen, auf „die nähere Bezeichnung“ verzichten und einwilligen, dem Ich-Erzähler zu folgen, wenn er sich auf den Weg macht, um „Das Buch“ wieder zu finden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.06.2011)

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