Nur eine abstrakte Linie? Die Grenzen sind wieder da

Grenzen und Grenzziehungen gelten als menschliches Wesensmerkmal – und gleichzeitig gehören Grenzüberschreitungen zu unseren alltäglichen Routinen. Über eine von uns zutiefst verinnerlichte Handlungspraxis.

Das Phänomen der Grenze unterliegt einem permanenten Wandel.
Das Phänomen der Grenze unterliegt einem permanenten Wandel.
Das Phänomen der Grenze unterliegt einem permanenten Wandel. – (c) FABRY Clemens

Grenzen, Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen sind eine vom Menschen zutiefst verinnerlichte Abstraktions- und Handlungspraxis. Eine Grenze ist eine gedachte oder abstrakte Linie, anhand der Unterscheidungen getroffen und Dinge durch Unterschiede identifiziert werden. Das moderne Staatensystem mit seinen Grenzen geht auf den Westfälischen Frieden zurück – Grenze bedeutet letztlich im Idealfall Konsens und Friede; so ist es etwa bezeichnend, dass die Kämpfer des Gewalt-Pseudostaates IS an die Häuserwände in den von ihnen eroberten Gebieten die Parole schrieben: „Wir kennen keine Grenzen, nur Fronten.“

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2018)

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