Eine kleine Geschichte der Festwocheneröffnungen

Für heuer ist sie gelaufen, die Eröffnung der Wiener Festwochen auf dem Rathausplatz. Aber was war da genau vor zwei, drei, vor 20, 30 Jahren? Wo Symbolpolitik, TV-Unterhaltung und Stadt-Image verschwimmen: eine kleine Geschichte der Festwocheneröffnungen.

Alles Chimäre? Generalprobe zur Festwocheneröffnung 2004.
Alles Chimäre? Generalprobe zur Festwocheneröffnung 2004.
Alles Chimäre? Generalprobe zur Festwocheneröffnung 2004. – GUENTER R. ARTINGER / APA / picturedesk.com

Kaum eine Veranstaltung bietet so viel Raum zur Interpretation, ist formal so vielfältig und so symbolträchtig wie die Festwocheneröffnung. Der Vergleich dieser Inszenierungen von Jahr zu Jahr zeigt auch den Wandel der Stadt und ihres Selbstbildes. Freilich, der eher informelle Rahmen – „Platzkonzert“ mit Massenpublikum – qualifiziert die Veranstaltung nicht unbedingt für gutbürgerliche Kritik.

Das schmälert aber kaum die Aussagekraft, zumal nicht nur der ORF, sondern auch 3sat live übertragen. Schon an Ort und Stelle wurden vergangenes Jahr bis zu 48.000 Menschen gezählt. Und obwohl die modernen Medien die Bedeutung von Inszenierungen im öffentlichen Raum zu relativieren scheinen: Die Stadt zu füllen und zu bespielen, das entwickelt immer eine Wirkung. Bei der Festwocheneröffnung verschwimmen Symbolpolitik, Fernsehunterhaltung und Stadtimage, schließlich steckt die Tourismuswerbung seit je in der DNA der Festwochen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.05.2019)

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