Europa League: Ein Sieg für den Sport und für Rapid - 3:0

Die Hütteldorfer gewinnen das Heimspiel gegen Paok Saloniki dank Toren von Alar, Boyd und Hofmann mit 3:0 und erreichen damit die Gruppenphase.

Dani Alar traf erneut für Rapid.
Dani Alar traf erneut für Rapid.
(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

WIEN Die Anspannung war groß, so groß wie schon lange nicht. Nicht nur bei der Mannschaft, sondern auch bei den Veranstaltern und bei der Exekutive. Das Hanappistadion glich vor dem Playoff-Rückspiel der Europa League einem Hochsicherheitstrakt, die Ausschreitungen in Griechenland vor einer Woche wurden schließlich von der Europäischen Fußball-Union nicht nur scharf verurteilt, sondern es hat auch schwerwiegende Strafen gehagelt. Über Rapid hing das Damoklesschwert, im Fall von weiteren Verfehlungen stand ein Ausschluss von internationalen Bewerben im Raum. Die Atmosphäre musste daher als mehr als knisternd bezeichnet werden. Auf den Rängen aber siegte diesmal die Vernunft.

Für Rapid stand viel auf dem Spiel, nicht nur sportlich gesehen. Für Österreichs Klubfußball ging es aber auch darum, nach dem vorzeitigen Scheitern von Salzburg, Admira und Ried nicht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Unter den Fans, die den Hütteldorfern die Daumen drückten, befand sich auch Teamchef Marcel Koller. Auch er weiß, dass internationale Erfahrung unbezahlbar ist.

Auf dem Rasen begann die Partie ein wenig hektisch, Rapid-Trainer Peter Schöttel hatte „kontrollierte Offensive“ als Rezept ausgegeben. Wobei die Gastgeber mit Boyd als vorderste Spitze agierten, dahinter sorgten Burgstaller, Hofmann und Alar für Impulse.

Boyd verhindert Rückstand

Das Geheimnis hieß der Mannschaft von Trainer Schöttel hieß Ballbesitz, die Hütteldorfer waren nach der 1:2-Niederlage in Saloniki zum Handeln gezwungen, wobei es sich anfänglich als schwierig erwies, die Abwehr der Griechen in Bedrängnis zu bringen. Es dauerte bis zur 16. Minute, ehe Boyd die Gelegenheit zu einem ersten Warnschuss vorfand. Der US-Spieler aber traf den Ball nicht so, wie er das wollte. Dafür glänzte Boyd später im eigenen Strafraum, er konnte einen Paok-Angriff vereiteln, als er vor der Linie per Kopf rettete.

Rapid ließ sich nicht verunsichern, das Spiel schnell machte entscheidend Torhüter Königshofer. Burgstaller reagierte richtig, er machte Meter, seine Maßflanke fand bei Alar einen Abnehmer. Der 22-Jährige machte sich klein genug, setzte den Kopfball richtig, um das 1:0 zu fixieren (33.). Damit hatte Grünweiß dank Alar, der auch gegen Novi Sad und vor einer Woche in Saloniki getroffen hat, den Rückstand vom Hinspiel wettgemacht. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff hatte der aus Kapfenberg geholte Torjäger die Chance aufs 2:0 vor dem Fuß.

Kaum war die Partie wieder angepfiffen, da gab es für die Rapid-Fans erneut Grund zum Jubel. Boyd schraubte sich nach einem Freistoß in die Höhe und köpfelte zum 2:0 (48.) ein. Damit stand es im Gesamtscore 3:2 für Grünweiß.

Aber es sollten noch bange Minuten für die Gastgeber werden, denn die Griechen gaben sich nicht geschlagen, hatten allerdings im Abschluss kein Glück. Rapid bewies in dieser Phase Reife, vor allem dank Hofmanns Übersicht, der in der 93. Minute mit einem Schlenzer von der Mittelinie den Torhüter düpierte und den 3:0-Endstand erzielte. Grünweiß erreichte zum dritten Mal nach 2009 und 2010 die Gruppenphase der Europa League (Fixum 1,3 Mio Euro). Dort wartet nun allerdings ein „Geisterspiel“.

Die Angst war groß

Vor dem Anpfiff waren die Befürchtungen ob einer Wiederholung der Ausschreitungen beim Hinspiel in Saloniki groß. Doch die Anreise der 800 griechischen Fans ins Hanappi-Stadion verlief ruhig, In der U-Bahn gab es bis auf einen gezündeten Böller keine Vorkommnisse. Auch die Versammlung der Griechen am Schwedenplatz war friedlich verlaufen. Nur eine kleine Auswahl der Griechen hatte sich „verlaufen“. Sie wollten ausgerechnet beim West-Sektor das Stadion betreten . . .

(APA)

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