ÖFB-Team

Die Liebesbekundungen des Teamchefs

Franco Foda berief mit Peter Zulj und Xaver Schlager zwei Spieler der heimischen Bundesliga erstmals in den Kader. Eine künftige Verstärkung könnte der Engländer Ashley Barnes sein.

REUTERS

Offiziell ist Franco Foda seit 1. Jänner und damit erst wenige Wochen Teamchef der österreichischen Fußballnationalmannschaft, ein erster bedeutender Unterschied zu seinem Vorgänger, dem Schweizer Marcel Koller, lässt sich aber bereits jetzt ausmachen. Fodas Grundauffassung von der Kaderzusammenstellung ist eine andere, unter dem Deutschen dürfen sich Spieler der heimischen Bundesliga wieder verstärkt Hoffnungen auf Teameinsätze machen. Der Schweizer Koller machte nie ein Hehl aus seiner Präferenz für Legionäre, Bundesligaspieler hatten einen schweren Stand.

Im 24-Mann-Kader für das freundschaftliche Länderspiel-Doppel gegen Slowenien in Klagenfurt (23. März, 20.45 Uhr) und in Luxemburg (27. März, 20.30 Uhr) finden sich immerhin sieben Bundesligaspieler wieder, mit Sturms Peter Zulj und dem Salzburger Xaver Schlager könnten zwei Debütanten zu Team-Ehren gelangen. Beide Neulinge schmückte Foda mit Vorschusslorbeeren und schürte dadurch auch durchaus Erwartungen. Zulj sei bei allen drei Spielbeobachtungen im Dress der Grazer „der beste Mann“ gewesen. Dass der 24-Jährige mit kroatischen Wurzeln als etwas komplizierter Charakter gilt, stellt für den Teamchef und Ex-Sturm-Coach kein Problem, sondern vielmehr eine Herausforderung dar. „Es gibt keine schwierigen Typen, man muss nur wissen, wie man mit ihnen umgehen muss.“

"Ich liebe solche Spieler"

Noch freudestrahlender schilderte der 51-Jährige seine Eindrücke von Schlager, der nicht erst gegen Borussia Dortmund zu den auffälligsten Salzburgern gezählt hatte. „Ich liebe Spieler, die auf mehreren Positionen spielen können“, betonte Foda. Der 20-Jährige habe genau diese Gabe, würde auf der Position des Sechsers ebenso funktionieren wie offensiver ausgerichtet, denn Schlager besitze „die nötige Spielintelligenz“.

Weiterhin nicht in die Karten blicken lassen wollte sich der gebürtige Mainzer betreffend die zukünftige Rolle von David Alaba im Nationalteam.
Der Bayern-Star hatte unter Koller stets im Mittelfeld agiert, in der Kaderliste des ÖFB schien er nun als Mittelfeldspieler und Verteidiger auf. „Weil er alles spielen kann“, bemerkte Foda. Alabas Position sei in erster Linie abhängig vom jeweiligen Gegner, der Ausrichtung, dem System. Der neue Teamchef, das scheint offensichtlich, möchte sich eine gewisse Flexibilität bewahren. „Ich werde Spieler und Mannschaft so aufstellen, dass wir die Spiele gewinnen können.“

Dazu beitragen könnte künftig auch Ashley Barnes. Der 28-Jährige ist beim FC Burnley in der englischen Premier League engagiert, ist dort keineswegs bloß ein Mitläufer. Barnes kam in dieser Saison bereits zu 29 Einsätzen und traf dabei sechs Mal, darunter gegen Manchester United oder wie zuletzt beim 3:0 über West Ham United mit Marko Arnautović.

Die Bereicherung Barnes

Foda saß auf der Tribüne des Londoner Olympiastadions und sah einen starken Barnes. „Er war an allen Offensivaktionen beteiligt, hat ein großes Herz, ist abschlussstark. Ein sehr, sehr interessanter Spieler.“ Sportlich habe der Stürmer überzeugt, zum geplanten persönlichen Gespräch kam es allerdings noch nicht, weil die Partie von Fan-Tumulten überschattet wurde, nach dem Spiel keine Zeit mehr übrig blieb. Noch seien „einige Dinge zu klären“, sagte Foda.

Sofern beide Seiten ihr klares Interesse bekunden, könnte der Engländer Barnes – er hat eine österreichische Großmutter – spätestens im Herbst in den Spielen der Nations League Teil des Nationalteams sein.

Der 24-Mann-Kader der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft für die Länderspiele am 23. März (20.45 Uhr) im Klagenfurter Wörthersee-Stadion gegen Slowenien und am 27. März (20.30 Uhr) auswärts gegen Luxemburg:

Tor: Markus Kuster (Mattersburg, 0 Länderspiele), Heinz Lindner (Grasshopper Club Zürich, 16), Jörg Siebenhandl (SK Sturm Graz, 0)

Abwehr: Moritz Bauer (Stoke City, 4/0 Tore), Aleksandar Dragovic (Leicester City, 61/1), Martin Hinteregger (FC Augsburg, 27/2), Stefan Lainer (Red Bull Salzburg, 3/0), Sebastian Prödl (Watford, 64/4), Andreas Ulmer (Red Bull Salzburg, 4/0), Maximilian Wöber (Ajax Amsterdam, 2/0)

Mittelfeld: David Alaba (FC Bayern München, 59/11), Julian Baumgartlinger (Bayer 04 Leverkusen, 59/1), Florian Grillitsch (TSG 1899 Hoffenheim, 5/0), Stefan Ilsanker (RB Leipzig, 26/0), Florian Kainz (SV Werder Bremen, 6/0), Valentino Lazaro (Hertha BSC, 11/0), Marcel Sabitzer (RB Leipzig, 29/5), Louis Schaub (SK Rapid, 6/4), Xaver Schlager (FC Red Bull Salzburg, 0), Alessandro Schöpf (FC Schalke 04, 13/2), Peter Zulj (SK Sturm Graz, 0)

Angriff: Marko Arnautovic (West Ham United, 67/16), Guido Burgstaller (FC Schalke 04, 14/1), Michael Gregoritsch (FC Augsburg, 5/0)

Auf Abruf: Pavao Pervan (LASK, 0), Richard Strebinger (SK Rapid, 0) - Deni Alar (SK Sturm Graz, 1/0), Stefan Hierländer (SK Sturm Graz, 0), Raphael Holzhauser (FK Austria Wien, 0), Marc Janko (FC Lugano, 66/28), Florian Klein (FK Austria Wien, 45/0), Konrad Laimer (RB Leipzig, 0), Philipp Lienhart (FC Freiburg, 0), Dario Maresic (SK Sturm Graz, 0), Thorsten Röcher (SK Sturm Graz, 0), Philipp Schobesberger (SK Rapid, 1/0), Tarkan Serbest (FK Austria Wien, 0), Kevin Wimmer (Stoke City, 8/0), Hannes Wolf (FC Red Bull Salzburg, 0), Dominik Wydra (FC Erzgebirge Aue, 0)

("Die Presse", Printausgabe 14.3.2018)

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