Rapid verpasst die Trendwende

Kein Befreiungsschlag, aber auch kein Frust: Rapid verliert gegen Salzburg 0:1. "Auf diese Leistung kann man mehr als aufbauen."

(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

Auch nach diesem Bundesliga-Schlagerspiel führt kein Weg daran vorbei, einen Blick auf die Bilanz von Damir Canadi als Rapid-Coach zu werfen. In zwölf Pflichtspielen unter dem 46-Jährigen gab es zwei Siege und vier Unentschieden, sechsmal gingen die Wiener als Verlierer vom Platz. Nun auch gegen Meister Salzburg, eine 0:1-Niederlage, die ob der durchaus ansprechenden Leistung die grünweiße Krise zwar nicht verschärft, aber auch nicht die erhoffte Trendwende brachte.

„Auf diese Leistung kann man mehr als aufbauen. Leider sind wir nicht belohnt worden“, meinte der seit fünf Runden sieglose Canadi. Ein mutiges Auftreten hat sich der Rapid-Trainer gewünscht, tatsächlich hatte seine Mannschaft die kampfbetonte und zerfahrene Partie meist unter Kontrolle, am Ende auch knapp 60 Prozent Ballbesitz. „Das war möglicherweise das beste Spiel von Rapid in der ganzen Saison. In der ersten ersten Halbzeit waren sie besser“, erklärte Salzburg-Coach Oscar Garcia.

Der Siegtreffer der Gäste fiel gegen den Spielverlauf. Valon Berisha trat als Freistoßschütze in die Fußstapfen des nach China abgewanderten Jonatan Soriano und drehte den Ball scharf und mustergültig über die Mauer ins Kreuzeck (71.). „Ein sehr wichtiges Tor für uns“, meinte Berisha zu seinem fünften Saisontreffer.

Bei den Salzburgern passt die Formkurve, der Meister hat nun acht Spiele in Folge gewonnen, in Hütteldorf seit knapp drei Jahren nicht mehr verloren. Unter Oscar gewinnt Salzburg weiterhin rund zwei Drittel aller Partien. Durch Konterchancen hätten die Gäste in Wien auch noch höher gewinnen können, Konrad Laimer (54.) und Dimitri Oberlin (93.) vergaben.

Wer gibt den letzten Pass?

Bei Rapid hingegen wurde trotz besserer Spielanteile nicht ersichtlich, wer die Tore schießen bzw. vorbereiten sollte. Schnelle Stürmer, wie sie Canadi bevorzugt, sucht man im Kader vergeblich, gegen Salzburg wurde meist verstolpert, ehe es überhaupt zu nennenswerten Torszenen kam. Salzburg-Goalie Alexander Walke – der Deutsche hat von Soriano die Kapitänsbinde übernommen – musste kaum entscheidend eingreifen.

Auffälligster Rapid-Akteur war Mario Pavelic über die rechte Seite. Zu Torchancen kam aber auch er nur durch mehrere Distanzschüsse (31., 41., 87.), sein bester Versuch ging in der 90. Minute knapp daneben.

Rapids Vorstellung war stärker, als Tabellenplatz fünf vermuten ließ, am Ende aber ging von den Hausherren viel zu wenig Torgefahr aus. „Was wir uns vorwerfen müssen ist, dass der letzte Ball oft nicht gekommen ist“, erklärte Trainer Canadi. Und Stefan Schwab meinte: „Wir müssen in dieser Partie in Führung gehen. Von der Leistung können wir uns nichts kaufen. Wir waren die bessere Mannschaft, haben die Niederlage nicht verdient.“ Der Kapitän brachte es auf den Punkt: „Wir brauchen einen Sieg, damit das Selbstvertrauen zurückkehrt.“

(joe)

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