Russland gegen Saudi-Arabien: Gastgeber eröffnet mit Kantersieg

Fussball-WM Erster Schuss, erstes Tor: Mit einem 5:0 im Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien ist Russland ins Heimturnier gestartet.

APA/AFP/ALEXANDER NEMENOV

Lange ist die russische Nationalmannschaft nicht mehr bejubelt worden. Im Gegenteil: Nach sieben sieglosen Partien in Folge hatte die Sbornaja heftige Kritik einstecken müssen. Nun, just im Eröffnungsspiel der Fußball-WM, gab sie im Moskauer Luschniki-Stadion vor 78.000 Zuschauern die Antwort. Saudi-Arabien wurde 5:0 abgefertigt, damit ist Russland mit dem bisher höchsten Sieg in einer WM-Auftaktpartie ins Heimturnier gestartet. Vor allem aber, weil sich die Saudis als richtiger Gegner zur richtigen Zeit erwiesen haben.

Die Nummer 67 der Fifa-Weltrangliste präsentierte sich bei der ersten Teilnahme seit zwölf Jahren alles andere als WM-reif, leistete sich technische Fehler und haarsträubende Ballverluste. Die Russen konnten es sich erlauben, reihenweise Umschaltmomente zu verstolpern. Der erste Torschuss dieser WM brachte aber gleich das erste Tor: Yuri Gazinskiy, 28-jähriger russischer Mittelfeldmann, köpfte in Minute zwölf seelenruhig zum 1:0 ein, sein Gegenspieler war zuvor ausgerutscht.

Beinahe hätten die Russen in der 43. Minute den nächsten Konter leichtfertig vergeben, zwei Saudis liefen aber ins Leere und Villarreal-Legionär Denis Cheryshev, erst 20 Minuten zuvor für den verletzten Alan Dzagoev eingewechselt, traf doch noch zum ersten Joker-Tor eines Eröffnungsspiels.

Chancenlose Saudis

Die Vorentscheidung war gefallen, Saudi-Arabien brachte in 90 Minuten keinen Torschuss zustande, trotz am Ende 59 Prozent Ballbesitz. Spätestens in Strafraumnähe war Endstation, es fehlten Ideen und Qualität. Einzig der technisch versierte Taisir Al-Jassim zeigte das ein oder andere Mal auf.

Und so gab es auch bei Tor Nummer drei der Russen durch Artem Dzyuba, ebenfalls ein Joker, keine saudische Gegenwehr (71.). Tor Nummer vier, ein sehenswerter Distanzschuss von Cheryshev, wird sich wohl in der Wahl zum schönsten Treffer des Turniers finden (90.). Mit Aleksandr Golovin setzte allerdings der an diesem Abende stärkste Russe auch den Schlusspunkt (90.). Ein Freistoßtor, das einmal mehr die überforderte saudische Abwehr düpierte.

"Die Begeisterung ist da"

„Wir haben unter der Trainingsbelastung einige Partien nicht gut gespielt. Aber wir haben gezielt auf diesen Tag hingearbeitet. Wir waren zum richtigen Zeitpunkt in guter Verfassung“, erklärte Russlands Teamchef Stanislaw Tschertschessow. „Die Begeisterung im Land ist jetzt da.“

Prüfstein war Saudi-Arabien jedoch keiner. Das Resultat täuscht, die Russen haben es über weite Strecken verpasst, das Spiel zu diktieren, Fehlpässe und mangelnde Abstimmung verhinderten einen geordneten Spielaufbau. Die nächsten Gegner heißen Ägypten und Uruguay.

(joe)

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