Football: Protest – „aber nicht bei der Hymne“

Jerry Jones, Besitzer der Dallas Cowboys, droht Spielern mit Ausschluss, sollten sie The Star-Spangled Banner boykottieren. US-Vizepräsident Mike Pence verließ Stadion.

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(c) Reuters

Dallas. Jerry Jones, Eigentümer des NFL-Teams Dallas Cowboys, sprach an seine Footballer, die sich Protesten während „The Star-Spangled Banner“ anschließen, eine harsche Drohung aus. Der Öl-Milliardär, 74, ist als streitbarer Zeitgenosse bekannt, ist offener Bekenner der Republikaner und gilt ob wirtschaftlicher Interessen auch als Freund von US-Präsident Donald Trump. Nach der 31:35-Niederlage in letzter Sekunde gegen Green Bay platzte Jones der Kragen: „Wer die Flagge nicht respektiert, wird nicht spielen. Ich werde solche Proteste unter keinen Umständen länger dulden.“

Vor dem Ankick gegen die Packers streckten zwei Cowboys-Spieler – David Irving und Damontre Moore – im Anschluss an die Hymne die Faust in die Luft. Es erinnerte an den „Black Power Salute“, der seit den Sommerspielen 1968 in Mexico City ein Begriff ist, als zwei Leichtathleten auf dem Podest so gegen Rassismus und Diskriminierung protestiert hatten. Jones sagte, er habe davon nichts mitbekommen.

 

Patriotismus als höchstes Gut

Strafen sind aber nicht ausgeschlossen. „Unter keinen Umständen wird meine Organisation Trainer und Spieler nicht unterstützen, die nicht bei der Hymne stehen und die Flagge respektieren und ehren.“ In den USA zählt Patriotismus zu den höchsten Gütern, ertönt die Hymne, gibt es einen Verhaltenskodex. Man steht, singt, Hand auf dem Herzen. Darauf legt auch Jones gesondert Wert. Er sagt aber auch, dass seine Spieler ihre Meinung kundtun müssen – doch nicht während der Hymne.

Zuvor hatte US-Vizepräsident Mike Pence ein NFL-Spiel verlassen, weil mehrere Spieler während der Nationalhymne gekniet und nicht gestanden waren. Der aus Indiana stammende Pence wollte sich die Partie zwischen den Indianapolis Colts und den SF 49ers anschauen. Mehrere Profis der Kalifornier knieten, einige Spieler der Colts verschränkten ihre Arme und trugen T-Shirts mit einem Aufdruck, wonach sie für Gleichheit, Gerechtigkeit, Einigkeit, Respekt und Dialog stehen würden.

Pence twitterte später, er habe das Spiel verlassen, „weil Präsident Trump und ich keine Veranstaltung würdigen werden, die unsere Soldaten, unsere Flagge oder unsere Nationalhymne nicht respektiert“. Trump reagierte: Er habe Pence gebeten, im Fall von Protesten das Event zu verlassen. Er sei „stolz“ auf seinen Vize.

Cincinnati – Buffalo 20:16, Cleveland – NY Jets 14:17, Detroit – Carolina 24:27, Indianapolis – SF 49ers 26:23 n. V., Miami – Tennessee 16:10, NY Giants – LA Chargers 22:27, Philadelphia – Arizona 34:7, Pittsburgh – Jacksonville 9:30, LA Rams – Seattle 10:16, Oakland – Baltimore 17:30, Houston – Kansas City 34:42.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2017)

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