Olympiapremiere mit 37 Jahren

Hannes Reichelt bestreitet seine erste Olympia-Abfahrt, in Korea gelte es wie ein "Schweizer Uhrwerk" zu fahren. Titelverteidiger Mayer ist nach Kombi-Sturz lädiert.

Hannes Reichelt war erstmals 2010 in Vancouver im Speedbereich aufgestellt, wo er aber nur den Super-G (Rang zehn) bestritten hat, nicht aber die Abfahrt.
Hannes Reichelt war erstmals 2010 in Vancouver im Speedbereich aufgestellt, wo er aber nur den Super-G (Rang zehn) bestritten hat, nicht aber die Abfahrt.
Hannes Reichelt war erstmals 2010 in Vancouver im Speedbereich aufgestellt, wo er aber nur den Super-G (Rang zehn) bestritten hat, nicht aber die Abfahrt. – (c) APA/EXPA/JOHANN GRODER

Lange hat Hannes Reichelt warten müssen – im übertragenen wie im echten Wortsinn. Der spätberufene Abfahrer war erstmals 2010 in Vancouver im Speedbereich aufgestellt, wo er aber nur den Super-G (Rang zehn) bestritten hat, nicht aber die Abfahrt. 2014 verhinderte ein Bandscheibenvorfall samt Operation das Antreten in Sotschi. Und jetzt, vier Jahre später, steht Reichelt tatsächlich vor seiner olympischen Abfahrtspremiere – und muss doch erst wieder warten.

Bereits am letzten Sonntag hätte die Abfahrt in Jeongseon steigen sollen, doch starker Wind verhinderte dies und führte zu einer langfristigen Verschiebung: Erst am Donnerstag (3.30 Uhr MEZ, live ORF eins) – und damit vier Tage nach dem ursprünglichen Termin – steigt die Abfahrt. So erlebt Hannes Reichelt auch mit 37 Jahren noch eine Premiere auf Ski. Für Reichelt ist das Warten kein Problem, eher die Situation rund um die Strecke. „Die hat sich durch einen scharfen Wind der letzten Tage grundsätzlich verändert. Es ist glatter geworden“, meinte Reichelt, das würde sich auch auf das Tempo und die Sprünge auswirken. Aus diesem Grund haben andere Speedspezialisten wie Aksel Lund Svindal die Kombi-Abfahrt bestritten. Der Abfahrtsteil der Kombination sah übrigens Thomas Dreßen voran, 13 Hundertstelsekunden dahinter Matthias Mayer, der im Slalom stürzte. Der Kärntner erlitt einen schweren Bluterguss an der Hüfte. Das Team komplettieren Max Franz und Vincent Kriechmayr.

Mit der Strecke hat sich Reichelt langsam angefreundet. „Lieber wäre mir natürlich eine Strecke wie in Garmisch oder Kitzbühel, wo ich ein Gefühl habe, wie ich fahren muss. Wo es auch kein Problem ist, wenn du einmal zwei Meter daneben stehst, weil du in einem anderen Teil alles wieder aufholen kannst. Das ist hier anders, du musst funktionieren wie ein Schweizer Uhrwerk“, erklärt der Salzburger.

Die Abfahrt ist für Reichelt die erste von zwei großen Chancen, die zweite steigt am Freitag im Super-G. In diesem hat der Routinier für Insider deutlich bessere Chancen, er selbst würde das nicht so sehen. „Im Super G waren die Ergebnisse besser, das Gefühl ist aber auch in der Abfahrt da“, betont Reichelt. Zumal es in der Abfahrt noch mehr auf die Detailabstimmung ankomme – und die passe. „Das Set-up steht und passt. Jetzt kommt es noch darauf an, dass die äußeren Bedingungen stimmen.“ Damit meint er den Wind, der hier zum großen Thema wird.

 

Zweiter Anlauf für Damen-RTL

Die Damen fahren heute Nacht (2/5.45 Uhr, ORF eins) den ebenfalls verschobenen Riesentorlauf. Im Weltcup wartet das ÖSV-Team in dieser Disziplin seit zwei Jahren auf einen Podestplatz, die Medaillenchance ist für Stephanie Brunner, Bernadette Schild, Ricarda Haase und Anna Veith gering. „Es muss alles zusammenpassen, dann kann immer was Gutes rausschauen“, betonte Brunner, die in diesem Winter zweimal Vierte und zweimal Fünfte war. (smej/red)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.02.2018)

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