Formel 1: Mercedes dürfte weiter auf Bottas setzen

Valtteri Bottas wird Medienberichten zufolge auch 2020 einen Silberpfeil steuern, Esteban Ocon soll bei einem anderen Team unterkommen.

Valtteri Bottas
Valtteri Bottas
Valtteri Bottas – APA/AFP/POOL/ATTILA KISBENEDEK

Laut mehreren Medienberichten soll die Formel-1-Zukunft von Valtteri Bottas geklärt ein. Demnach hat sich Mercedes entschlossen, mit dem Finnen in ein weiteres Jahr zu gehen. Die Entscheidung könnte schon während des ersten Grand-Prix-Wochenendes nach der Sommerpause in Spa-Francorchamps verkündet werden. Dort wird Fan-Liebling Max Verstappen versuchen, Lewis Hamilton und Ferrari Paroli zu bieten.

Die Frage, ob Mercedes mit Bottas weitermachen oder den jungen Franzosen Esteban Ocon befördern soll, ist derzeit die wohl am lautesten diskutierte im Paddock-Geflüster. Medienberichte vor allem aus Finnland und Frankreich stimmen darin überein, dass Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sich prinzipiell für Bottas entschieden habe und Ocon bei einem anderen Team unterbringen will. Renault gilt als wahrscheinlichste Option für den 22-Jährigen, als Alternative wird Haas genannt.

Gerüchten zufolge soll WM-Leader Hamilton für den Verbleib von Bottas lobbyiert haben. "Wir treffen unsere Wahl allein im Interesse des Teams, aber da Lewis schon eine lange Zeit bei uns ist, habe ich ihm unsere Shortlist gegeben und ihn nach seiner Meinung gefragt", hatte Wolff der italienischen "Gazzetta dello Sport" verraten. Laut dem Wiener antwortete Hamilton, dass beide Kandidaten den Platz verdienen würden.

WM-Unterstützung im Kopf

Ein weiterer Faktor ist, dass eine Entscheidung gegen Bottas die zweite Saisonhälfte innerhalb des Teams komplizierter gestalten würde. Die Bereitschaft des Finnen, Hamilton im Rennen um den WM-Titel zu unterstützen, wäre dann in Zweifel zu ziehen. "Das ist etwas, das wir miteinbeziehen, aber nicht der Hauptaspekt", erklärte Wolff, der erwartungsgemäß kein Datum für die Verkündung der Mercedes-Entscheidung nannte. "Wir haben darüber eh schon zu viel mit der Presse geredet."

Hamilton führt die Weltmeisterschaft nach 12 von 21 Rennen überlegen an. Der Brite liegt 62 Punkte vor Bottas und 69 vor dem Niederländer Verstappen. Entschieden ist noch nichts, doch wenn der 34-Jährige sein Tempo beibehält und die Konkurrenten nicht zulegen können, wird das Ende Oktober/Anfang November in den USA oder schon in Mexiko so weit sein.

Verstappens große Ziele

In Spa ist der gebürtige Belgier Verstappen besonders motiviert, seinen dritten Saisonsieg zu landen. Zuletzt in Ungarn hatte ihm Hamilton diesen in der letzten Runde noch weggeschnappt. "Es ist ein weiteres Heimrennen für mich, und es ist immer toll, so viele Fans zu sehen, die uns anfeuern", betonte der Red-Bull-Star. "Ich freue mich, dass es wieder weiter geht, vor allem nachdem wir so einen guten Lauf vor der Pause hatten."

Den Titel hat Verstappen, der im Sommer in Spielberg und Hockenheim gewonnen hatte, praktisch abgeschrieben. "Das ist fast unmöglich", sagte er zuletzt. "Hamilton müsste enorm viel Pech haben." Das Rennen um Platz zwei ist aber voll im Gang, obwohl ihm der nicht viel bedeuten würde: "Wenn ich in 20 Jahren auf meine Karriere zurückblicke, werde ich nicht stolz darauf sein, dass ich einmal Vize-Weltmeister war. Zu was soll das gut sein?"

Verstappen wird in Spa erstmals den Thailänder Alexander Albon als Teamkollegen neben sich haben. "Nicht viele Fahrer bekommen die Chance, so früh in ihrer Karriere für ein Team zu fahren, mit dem man Rennen gewinnen kann", freute sich der 23-Jährige, der von Toro Rosso ins Red-Bull-Topteam aufrückte. Der Franzose Pierre Gasly musste den umgekehrten Weg gehen. "Es ist ein großer Schritt, ein großer Unterschied, und die Fabrik ist viel näher an meinem Haus, was praktisch ist", scherzte Albon.

Der Große Preis von Belgien findet am Sonntag (15.10 Uhr/live ORF 1, RTL und Sky) statt. Die 7,004 Kilometer lange Highspeed-Fahrt in den Wäldern der Ardennen sollte Ferrari entgegen kommen. "Wir sind motivierter als jemals zuvor, im zweiten Teil der Saison gut zu arbeiten", sagte Teamchef Mattia Binotto. Im Vorjahr gewann Sebastian Vettel, es war der bisher letzte Sieg des Deutschen. "Wenn man die Strecke einmal kennt, ist es unmöglich, Spa nicht zu lieben", sagte der Ferrari-Pilot, der insgesamt dreimal hier triumphierte.

(APA)

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