Skeleton: Leichter, aber weiterhin schnell

Janine Flock, 28, vertraut bei der Medaillenjagd auf die Tipps des Kochs von RB Leipzig.

Janine Flock.
Janine Flock.
Janine Flock. – (c) REUTERS (ARND WIEGMANN)

Über das Gewicht einer Frau spricht man nicht. Doch im Fall von Österreichs Vorzeigeskeletonpilotin Janine Flock darf man die Ausnahme machen. Die 28-Jährige hat ebenso wie ihr Teamkollege und Freund Matthias Guggenberger (16. nach dem ersten Wertungstag) eine interessante Ernährungsumstellung hinter sich. Sie hat abgenommen – und ist im Eiskanal trotzdem noch schnell.

Im Sport geht es schon lang nicht mehr nur um Meter, Hundertstelsekunden, Geschwindigkeit, Material oder Kraftkammer. Je mehr man in den technischen Bereichen alles ausgereizt hat, desto mehr wird im ganz persönlichen Bereich gefeilt. Einen immer größeren Faktor bildet die richtige Ernährung. Diäten zählen nicht, nur eine langfristige Ernährungsumstellung hilft. Flock und Guggenberger haben unter Anleitung des Kochs Thorsten Probost, des Food-Director des deutschen Fußball-Bundesligisten RB Leipzig, völlig neue Ernährungsregeln eingeführt und ein Konzept für „intelligente Ernährung“ entwickelt.

Sie verzichten auf Brot und Industriezucker, eine der härtesten Regeln aber lautet: keine Bananen oder Äpfel, beide mit hohem Fruchtzuckergehalt, nach 14 Uhr. Der Basenhaushalt müsse stimmen und die passionierte Köchin Flock bereitet vieles selbst zu, friert Produkte auch auf Vorrat ein. „Wichtig ist, dass man am Vormittag mehr Kohlenhydrate isst.“ Im Speiseplan „Beeren, Passionsfrüchte am Morgen im Müsli“.

Früher habe sie es mit mehr Masse im Eiskanal probiert und bis zu 68 kg gewogen. „Das war mein Höchstgewicht“, verrät Flock. Jetzt sind es drei bis vier Kilogramm weniger. So genau aber weiß man es nicht, die Frage blieb doch aus.

 

Vorerst auf Kurs

2014 war für Flock der Druck als Europameisterin bei Olympia zu groß. Doch im Alpensia Sliding Centre von Pyeongchang soll es im zweiten Anlauf mit der Olympiamedaille im Skeleton klappen. Die Tirolerin wäre die erste Österreicherin mit Edelmetall im Zeichen der fünf Ringe, noch ist Martin Rettl (2002/Silber) einziger ÖOC-Skeletoni mit einer Medaille. Ihre Trainingsleistungen lassen darauf hoffen, dass der Start heute (12.20 Uhr, live ORF1) gelingen kann. Das Kriterium aber bleibt, vier konstante Läufe hinzulegen. (fin)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.02.2018)

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