Shiffrin überholte mit 51. Weltcupsieg Alberto Tomba und Marlies Schild

Shiffrin ist mit ihrem 36. Weltcuperfolg im Slalom nun auch alleinige Disziplinen-Rekordhalterin vor der ehemaligen ÖSV-Läuferin Marlies Raich (Schild).

APA/ROLAND SCHLAGER

Einen Tag nach dem Rückschlag im Riesentorlauf hat Mikaela Shiffrin auf dem Semmering eindrucksvoll zurückgeschlagen. Die US-Siegmaschine gewann am Samstag den Slalom vor Petra Vlhova und Wendy Holdener und stellte mit ihrem 51. Weltcupsieg gleich mehrere Bestmarken auf. Hinter dem Podest sorgten Katharina Liensberger als 4. und Kathi Truppe als 5. für einen versöhnlichen Jahresabschluss.

Denn für die heimischen Ski-Damen hatte das letzte Weltcuprennen des Jahres 2018 schlecht begonnen. Mit Bernadette Schild schied die aussichtsreichste ÖSV-Starterin durch eine Einfädler gleich beim ersten Tor aus. Etwas, was ihrer Schwester Marlies acht Jahre davor selbst in Aspen passiert war.

"Man denkt sich ja immer, sowas passiert mir nie. Aber es geht alles so unglaublich schnell, man kann es kaum erklären", war Schild im Ziel niedergeschlagen. Schon am Neujahrstag beim City-Event in Oslo bekommt Schild aber eine neue Chance.

Die Semmeringer hatten mit Wasser und Salz auch für den Slalom eine passable Piste auf dem "Zauberberg" hinbekommen, trotzdem gab es viele Ausfälle. So neben Schild auch den der Norwegerin Nina Haver-Löseth, die mit Verdacht auf Knieverletzung versorgt werden musste.

Für den ÖSV endeten damit die Semmering-Rennen wie vor zwei Jahren ohne Podestplatz, dafür zwei vierten Rängen. Trotz des verletzungsbedingten Fehlens von Katharina Gallhuber wurde der Slalom zudem zum "Kathi-Tag." Denn nur Liensberger, Truppe und die Niederösterreicherin Katharina Huber (Endplatz 20) schafften es ins 30er-Finale.

Dort egalisierte Liensberger als Vierte ihr bestes Weltcup-Ergebnis vom Parallelslalom in St. Moritz. Wohl nur ein grober Fehler im ersten Durchgang verhinderte den ersten Podestplatz des 21-jährigen Megatalents aus Vorarlberg. "Über Platz vier bin ich superhappy", weinte Liensberger dem um 0,37 Sek. verpassten Podium nicht nach. "Ich muss weiterarbeiten, damit ich nicht nur in Teilabschnitten sondern über eine ganzen Lauf schnell bin."

Truppe egalisierte als 5. ihr bestes Weltcup-Ergebnis aus dem Vorjahr in Flachau. "Endlich bin ich wieder einmal so gefahren wie ich es mir vorstelle", jubelte die 22-jährige Kärntnerin. "Ich habe mir gesagt, gib endlich mal Gas und mach einen Schritt nach vorne", so Truppe.

Der Kampf um den Sieg schien zunächst wieder einmal zwischen Shiffrin, Vlhova und Olympiasiegerin Frida Hansdotter stattzufinden. Hansdotter schied aber im Finale aus, dafür brauste Holdener mit Laufbestzeit noch auf das Podium und verhinderte so den Stockerplatz für Liensberger.

Shiffrin ließ als klare Halbzeit-Leaderin im Gegensatz zum Freitag nichts mehr anbrennen und fügte ihrer Karriere in einem Aufwaschen gleich mehrere Bestmarken hinzu. Mit ihrem 51. Weltcupsieg überholte sie Alberto Tomba und greift nun Hermann Maier (54) an. Mit ihrem 36. Sieg in einem Spezialslalom ließ sie auch ihr Vorbild Marlies Raich (Schild) hinter sich und ist nun alleinige Führende bei den Damen. Insgesamt hat nur noch Ingemar Stenmark (40) mehr.

Und mit 15 Siegen im Jahr 2018 stellte die Amerikanerin auch einen neuen Kalender-Rekord auf. 14 Siege hatte neben ihr auch Marcel Hirscher in diesem Jahr geschafft. Mit 466 Punkten Vorsprung zum Jahreswechsel löschte sie trotz der starken Vorstellung Vlhovas am Semmering auch die Bestmarke von Tina Maze aus der Saison 2012/13 (427) aus.

"Ich habe gewusst, dass das heute ein Riesenkampf wird", gestand Shiffrin. Probleme hatte sie nur mit dem Startrichter und den lauten 10.200 Fans gehabt. "Es war so laut, dass ich sein 'Go' nicht gehört habe", erklärte Shiffrin, warum sie vor dem Abstoßen nochmals nachgefragt hatte. "Ich wollte ja nicht zu früh oder zu spät los fahren und eine Disqualifikation riskieren."

Dann carvte die dreifache Slalom-Weltmeisterin aber souverän zum nächsten Sieg und gewann auch den vierten Saisonslalom vor Vlhova. "Es ist immer die gleiche Geschichte", sagte die Slowakin. "Irgendwann wird sich das hoffentlich ändern."

(APA)

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