Damen-Riesentorlauf: Die Medaillen der anderen

Vor der Sorgendisziplin regiert im ÖSV das Prinzip Hoffnung.

SKI WELTCUP AM SEMMERING: RTL DER DAMEN/PODIUM
SKI WELTCUP AM SEMMERING: RTL DER DAMEN/PODIUM
SKI WELTCUP AM SEMMERING: RTL DER DAMEN/PODIUM – APA/ROLAND SCHLAGER

Åre. Man könnte sich im rot-weiß-roten Lager an den sprichwörtlichen Strohhalm klammern und vor dem morgigen WM-Riesentorlauf (14.15/17.45 Uhr, live, ORF eins) darauf hinweisen, dass Katharina Truppe in Åre bisher makellos unterwegs war und ihre vier Duelle im Teambewerb allesamt gewonnen hat. Oder dass Katharina Liensberger auf dem Åreskutan vor zwei Jahren bei der Junioren-WM schon Riesentorlauf-Silber eingefahren hat. Doch all das wird nichts daran ändern: ÖSV-Spitzenplätze wären heute eine faustdicke Überraschung.

WM-Medaillen im Damen-Riesentorlauf gab es in den vergangenen zehn Jahren nur zwei, beide gingen auf das Konto von Anna Veith (Gold in Vail 2015, Bronze in Schladming 2013). Die Salzburgerin fehlt in Åre wegen eines erneuten Kreuzbandrisses, doch auch sie konnte in ihrer einstigen Paradedisziplin zuletzt nicht mehr um Stockerlplätze mitkämpfen. Das gelang in den vergangenen Wintern nur Stephanie Brunner, doch auch die Tirolerin verpasst die Titelkämpfe in Schweden wegen eines Kreuzbandrisses.

So bleibt für den wichtigsten Riesentorlauf des Winters eine Notmannschaft. Das beste Riesentorlauf-Resultat des für heute aufgebotenen Quartetts hatte Ricarda Haaser als Siebente am Semmering, Liensberger war in Killington Neunte. Bernadette Schild und Katharina Truppe haben die Top Ten im Weltcup noch nicht geknackt.

 

Einfahren für den Showdown

Die Erwartungen halten sich also in Grenzen. „Ziel ist schon, von oben bis unten einen guten Lauf zu fahren“, umriss Haaser ihre Vorstellungen. „Ich kann eigentlich nichts verlieren“, meinte Truppe. Und Liensberger erklärte: „Ich versuche einfach, das zu zeigen, was ich kann und schnell Ski zu fahren.“ Für Liensberger und Schild hat ohnehin der Slalom am Samstag oberste Priorität, aller Voraussicht nach die letzte Chance der ÖSV-Damen auf einen Podestplatz bei dieser WM. Den Riesentorlauf aber nehme sie dennoch „sehr ernst“, betonte Schild.

US-Überfliegerin Mikaela Shiffrin hingegen geht als Führende im Riesentorlauf-Weltcup und als amtierende Olympiasiegerin an den Start. Ihre gefährlichsten Konkurrentinnen: Semmering-Siegerin Petra Vlhová aus der Slowakei und die französische Titelverteidigerin Tessa Worley, die mit einer dritten Goldmedaille nach 2013 und 2017 die erfolgreichste WM-Athletin in dieser Disziplin wäre. Außerdem die Italienerin Federica Brignone und die Norwegerin Ragnhild Mowinckel. Nach dem bitteren vierten Platz im Super-G stehen auch bei der Deutschen Viktoria Rebensburg die Zeichen auf Angriff. (joe)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.02.2019)

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