Hofer: Österreich soll mit 5G von ganz hinten nach ganz vorne

Im internationalen Vergleich hinkt Österreich bei der Versorgung mit schnellem Internet hinterher. Infrastrukturminister Hofer will nun " im 5G-Bereich EU-Ziele übertreffen und Vorreiter sein".

5G-Zeichen in Barcelona auf der Mobilfunkmesse
5G-Zeichen in Barcelona auf der Mobilfunkmesse
Die 5G-Strategie wird im kommenden Ministerrat eingebracht. – REUTERS

Österreich glänzt bei der Versorgung mit schnellem Internet im internationalen Vergleich bisher nicht. Das soll sich ändern, nicht zuletzt durch die schon länger angekündigte 5G-Strategie. Diese wird in den kommenden Ministerrat am Mittwoch eingebracht, kündigte ein Sprecher von Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) an. Wirklich schnelles Internet gibt es beispielsweise über Glasfaseranschlüsse. Die Versorgung mit solchen Anschlüssen bis zum Haushalt (FTTH) und bis zu Gebäuden liegt in Österreich laut der Computer Measurement Group (CMG-AE) nur bei gut einem Prozent. Die Glasfaser-Netzabdeckung liegt bei rund 50 Prozent.

Auf die Frage, wieso die Abdeckung in Österreich derart gering ist, hieß es von der Telekomregulierungsbehörde RTR kürzlich, dass es dafür vielfältige Gründe gebe. Die Kosten für die Verlegung seien hierzulande vergleichsweise hoch, während das Endkundenpreisniveau und die Zahlungsbereitschaft für höhere Bandbreiten eher gering seien. Da es an Lehrverrohrungen mangle, sei ein schrittweiser Ersatz des Kupfernetzes durch Glasfaser zuerst zum Hauptverteiler, dann weiter zum Kabelverzweiger und teilweise bis zu den Häusern, wirtschaftlich am vertretbarsten.

Zehn Milliarden Euro für Ausbau

Hofer sprach am Donnerstag im "Morgenjournal" des ORF-Radios Ö1 neuerlich davon, dass "die Situation eine Herausforderung ist". Zehn Milliarden Euro nimmt die Regierung für die Umsetzung der 5G-Strategie in die Hand. "Damit auch der ländliche Raum bestmöglich versorgt ist, muss die öffentliche Hand unterstützen", sagte Hofer zum drohenden Stadt-Land-Gefälle bei der Breitbandversorgung. In der Stadt würden mit Anschlüssen gute Geschäfte gemacht. Für die Ansiedlung von Betrieben brauche man das schnelle Netz.

Die Breitbandmilliarde werde ausgeschüttet und zukünftige Frequenzerlöse würden direkt ins Netz investiert. "Es wird nicht so sein, dass jemand eine Frequenz ersteigert und dann einen Claim absteckt und nicht aktiv wird. Es wird die Verpflichtung geben, unmittelbar auch nach der Versteigerung auch die Frequenzen zu nutzen und freizugeben und damit auch das Land zu versorgen."

Österreich soll von ganz hinten nach ganz vorne: "Wir haben uns vorgenommen, dass wir im 5G-Bereich EU-Ziele übertreffen und Vorreiter sein wollen", sagte Hofer.

"Eine echte Challenge"

Die Umsetzung der 5G-Strategie bis 2025 "ist eine echte Challenge", betonte Hofer öfters. Bis 2020 sollen flächendeckend 100 Mbit/s angeboten werden. Ab 2023 soll es eine 5G-Versorgung entlang der Hauptverkehrswege geben. Ab 2025 soll es eine flächende 5G-Versorgung geben. Es brauche kluge Hebel, um das zu stemmen, sagte Hofer kürzlich bei einem Hintergrundgespräch. Die Betreiber sollen hier ins Boot. "Da müssen wir uns gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium große Gedanken machen, wie wir das optimal umsetzen", sagte der Freiheitliche.

Wie die Finanzierungs- und Fördermodell gestaltet wird, ist derzeit noch offen. Ebenso offen ist vorerst auch die Art der Zusammenarbeit zwischen Öffentlicher Hand und Betreiber bezogen auf die Infrastruktur. Wirtschaftlich sind Anschlüsse nur im urbanen Bereich.

(APA)

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