Texas: Schülerin wegen verweigertem Ortungs-Chip suspendiert

Sie lehnte den Chip nicht nur wegen Datenschutz-Bedenken, sondern aus Angst vor dem Teufel ab. In Texas müssen tausende Schüler solche RFID-Chipkarten tragen. Das soll das Budget der Schulen aufbessern.

Texas: Schülerin wegen verweigertem Ortungs-Chip suspendiert
Texas: Schülerin wegen verweigertem Ortungs-Chip suspendiert
Texas: Schülerin wegen verweigertem Ortungs-Chip suspendiert – AP

Eine texanische Schülerin hat sich eine Suspendierung eingefangen, weil sie sich weigerte, eine Identifikationskarte im integriertem RFID-Chip zu tragen. Die Karte, die im Northside Independent School District von San Antonio, Texas, verpflichtend ist, zeigt nicht nur Name und Foto der Schüler sowie einen Barcode, sondern überwacht über den eingebauten Funkchip auch, wann sich die Kinder wo auf dem Schulgelände aufhalten. Die Ortung beginnt ab Betreten des Areals und endet, sobald man es wieder verlässt. Nach Intervention der Bürgerrechtsorganisation Rutherford Institute hat ein texanischer Richter die Suspendierung per Einstweiliger Verfügung aufgehoben.

Schule blockiert Karten-Verweigerin

Schülerin Andrea Hernandez hatte die Chipkarte (abseits der Datenschutzbedenken) aus religiösen Gründen abgelehnt. Die Schulleitung hatte ihr daraufhin Zugang zu mehreren Schuleinrichtungen verweigert und ihren alten Schülerausweis nicht mehr akzeptiert. Vor der Suspendierung wurde Hernandez sogar angeboten, den Chip aus ihrer Karte zu entfernen, damit es nach außen hin so wirkt, als würde sie sich den Regeln des "Student Locator Project" des Schulbezirks, das die Chipkarten voraussetzt beugen.

100.000 Schüler sollen geortet werden

Für das Rutherford Institute ist dieses Programm "grundsätzlich verstörend", wie dessen Leiter John Whitehead im Gespräch mit Wired sagt. Nach Angaben der Organisation soll es hauptsächlich darauf abzielen, durch eine intensivere Teilnahme der Schüler am Unterricht die Finanzierung durch öffentliche Gelder zu erhöhen. Mehr als 4000 Schüler müssen derzeit die Ausweise mit dem RFID-Chip tragen. Insgesamt sollen bis zu 100.000 Schüler so überwacht werden, was insgesamt 500.000 US-Dollar kosten, aber bis zu 1,7 Millionen Dollar durch die Verbesserung der Schüleranwesenheit durch den Staat bringen soll.

Satan in der Chipkarte

Hernandez' religiöse Gründe leiten sich, wie aus einem Interview mit Infowars hervorgeht, übrigens aus der Offenbarung des Johannes ab. Dort ist von der "Zahl des Tieres" die Rede, und wie der Leibhaftige "die Kleinen und die Großen" dazu zwingt, "ein Kennzeichen anzubringen". In der englischen Übersetzung ist nicht nur von der Zahl, sondern auch vom "Mark of the Beast" die Rede.

Offenbarung 13, 16-18

16 Die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Sklaven, alle zwang es, auf ihrer rechten Hand oder ihrer Stirn ein Kennzeichen anzubringen. 17 Kaufen oder verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug: den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. 18 Hier braucht man Kenntnis. Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es ist die Zahl eines Menschennamens; seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.

(Red.)

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