Wikileaks-Gründer Assange wird weltweit gesucht

Ein schwedisches Gericht hat einen internationalen Haftbefehl gegen den Australier erlassen. Assange wird Vergewaltigung und sexuelle Belästigung vorgeworfen.

(c) REUTERS (LUKE MACGREGOR)

Gegen Julian Assange, den Gründer des Internet-Auddecker-Portals Wikileaks, ist am Donnerstag in Schweden Haftbefehl erlassen worden. Ein Gericht gab einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft statt. Der Australier wurde auch internationale zur Fahndung ausgeschrieben.

Anklägerin Marianne Ny erklärte, sie habe für Assange in Abwesenheit einen Haftbefehl wegen Vergewaltigung, sexueller Belästigung und Nötigung beantragt. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass die Ermittler den 39-Jährigen zu den Vorwürfen befragen müssten. "Bisher konnten wir ihn nicht treffen, um die Vernehmungen abzuschließen", sagte die Anklägerin.

Assange weist Vorwürfe zurück

Bereits im August war ein Haftbefehl erlassen worden, der aber kurz darauf wieder aufgehoben wurde. Es gebe zu wenig Verdachtsmomente, hieß es damals. Die Ermittlungen wurden aber weitergeführt. Assange wies die Anschuldigungen damals als Kampagne gegen ihn und Wikileaks zurück.

Mark Stephens, ein Anwalt Assanges, zeigte sich am Donnerstag besorgt über den Schritt der Staatsanwaltschaft. Er betonte, die beiden Klägerinnen hätten nach eigener Aussage einvernehmlichen Sex mit seinem Klienten gehabt. Sie hätten ihn erst beschuldigt,  als sich herausstellte, dass der Mann mit beiden Frauen sexuelle Kontakte gehabt habe. Zudem habe Assange den schwedischen Justizbehörden wiederholt angeboten, zu den Vorwürfen befragt zu werden, auch unter Eid, betonte der Anwalt.

Assange war zuletzt Anfang November in Genf öffentlich aufgetreten. Dabei erklärte er, er erwäge, in der Schweiz Asyl zu beantragen und Wikileaks dort anzusiedeln. Derzeit hält er sich nach Angaben eines Wikileaks-Sprechers in Großbritannien auf.

Wikileaks

Assange gründete Wikileaks im Jahr 2007. Die Plattform publiziert geheime Dokumente, die von anonymen Quellen zugespielt wurden. Breiter bekannt wurde sie mit der Veröffentlichung von geheimen Dokumenten zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak.

 

(Ag.)

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