China will Handy-Ortung gegen Verkehrsstaus nutzen

Millionen von Mobiltelefonen sollen verfolgt werden. Offiziell will die Regierung damit die Verkehrsplanung verbessern. China gilt als eines der Länder mit der stärksten Überwachung und Zensur.

Cars travel on a main road in a traffic jam at the second ring road in Beijing
Cars travel on a main road in a traffic jam at the second ring road in Beijing
REUTERS (Christina Hu)

Wenn man die Worte "China" und "Ortung" in einem Zusammenhang nennt, wird man hellhörig. Wie Cnet berichtet, will die chinesische Regierung Positionsdaten von Handymasten nutzen, um Verkehrsstaus zu vermeiden. Millionen von Mobiltelefonen sollen registriert und ihre Bewegungen aufgezeichnet werden. Offiziell heißt es, man wolle damit Staus, wie etwa jenen vom August 2010, der zehn Tage angehalten hatte, vermeiden. Die Informationen sollen in Echtzeit gesammelt und veröffentlicht werden. Reisende sollen so genaue Informationen über ihre Routen erhalten und diese effizienter planen können.

Keine böse Absicht?

Aber ist das nicht nur ein weiterer Schritt im engen Kongroll-Netz der chinesischen Regierung? Das Internet ist zensiert wie in keinem anderen Land, Demonstrationen werden mit aller Härte aufgelöst. Andrew Lih von der University of Southern California glaubt aber nicht an eine neue Überwachungsmethode. "Das ist eine echte Ankündigung und es gibt wirklich Bedarf dafür", sagt Lih. Er gibt aber zu, dass das Vorhaben bei westlichen Beobachtern mulmige Gefühle auslösen kann.

Regierung kann Daten jetzt schon auslesen

"Nicht alles, was China macht, ist hinterhältig und zwielichtig", stimmt auch der Sicherheitsberater Don Bailey zu. Er sieht am Vorhaben an sich nichts negatives. Noch dazu könne die Regierung schon jetzt alle Positionsdaten erhalten, wenn sie will, ist er überzeugt. "Sie müssten kein neues Programm schaffen, um da ran zu kommen", sagt Bailey.

(Red.)

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