Übernahmekampf treibt Yahoo-Aktie nach oben

US-Konzern Google hat Erzrivalen Yahoo Unterstützung bei der Abwehr der Microsoft-Übernahme angeboten. Über eine Kooperation beiden Internet-Unternehmen wird spekuliert.

(c) EPA (Justin Lane)

Wien (jaz/Bloomberg). Bereits im Mai des Vorjahres kursierten – von den Unternehmen dementierte – Gerüchte, dass Microsoft den Internet-Konzern Yahoo übernehmen könnte, die „Presse“ berichtete. Damals stieg der Wert der Yahoo Papiere um über 16 Prozent. Noch stärker legten die Aktien am vergangenen Freitag zu, als Microsoft sein Angebot öffentlich verlautbarte: 31 Dollar will der Softwaregigant je Yahoo-Aktie zahlen – insgesamt 44,6 Mrd. Dollar (30,1 Mrd. Euro). Ein Aufschlag von 61 Prozent auf den Schlusskurs vom vergangenen Donnerstag. Der Kurs der Yahoo-Aktie legte in der Folge um 48 Prozent auf knapp 29 Dollar zu.

Trotz dieses kräftigen Aufschlages dürfte die Übernahme nicht so glatt über die Bühne gehen, wie von Microsoft erhofft wird. Denn bei Yahoo ist man über die Avancen des Gates-Konzerns alles andere als erfreut. „Eine Fusion wäre das Ende für Yahoo und kaum eine Bereicherung für den Fast-Beamtenbetrieb bei Microsoft“, meinte im Vorjahr Yahoo-Gründer Jerry Yang über die unterschiedlichen Firmenkulturen.

Querschüsse dürften aber auch von Google kommen. Denn mit der Übernahme von Yahoo versucht Microsoft, den Anschluss an die Nummer eins bei Internet-Suchanfragen und somit auch beim lukrativen Internet-Werbekuchen zu schaffen. Derzeit räumt Google gut 65 Prozent des weltweiten Internet-Werbeetats ab, Yahoo und Microsoft haben nur 27 Prozent.

Ein Zusammenschluss der beiden wäre die einzige Möglichkeit, zumindest wieder eine Konkurrenz zu Google darzustellen. Dies will Google natürlich verhindern und bot deshalb Yahoo am Wochenende bereits eine Kooperation an. Wie diese genau aussehen soll, ist noch nicht bekannt. Eine Übernahme von Yahoo durch Google wäre aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht möglich.

Für die Aktionäre könnte der Übernahmekampf weitere Kurssteigerungen bringen. So erwartet der Analyst Jason Helfstein von Oppenheimer & Co., dass Microsoft sein Angebot für Yahoo auf 40 Dollar je Aktie erhöhen könnte. Gelitten haben indes bislang die Papiere von Google und Microsoft. Doch auch bei ihnen könnte derzeit ein günstiger Einstiegszeitpunkt sein: So liegt das Kursziel sowohl bei Google (723,6) als auch bei Microsoft (39,7) deutlich über dem aktuellen Kursniveau.

AUF EINEN BLICK

Microsoft bietet 31 Dollar je Aktie (44,6 Mrd. Dollar) für Yahoo. Die Yahoo-Führung lehnt einen Verkauf bislang jedoch ab. Außerdem versucht Google – der Hauptkonkurrent von Yahoo und Microsoft – den Kauf zu torpedieren. Die Aktien von Yahoo könnten in diesem Umfeld weiter steigen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2008)

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